Nairobi, Port Sudan (epd). Der Krieg im Sudan gefährdet laut „Save the Children“ das Leben von Millionen von Müttern und deren Kindern. Seit Beginn des Konflikts vor drei Jahren seien in dem afrikanischen Land 5,6 Millionen Babys geboren worden, teilte die Hilfsorganisation am Dienstag in Port Sudan mit. Im Schnitt kämen damit in dem Kriegsland mindestens drei Kinder pro Minute zur Welt, viele von ihnen unter widrigen Umständen, etwa ohne qualifiziertes medizinisches Personal und in überfüllten Notunterkünften.
Die Müttersterblichkeitsrate im Sudan sei seit 2022 um mehr als elf Prozent auf 295 Todesfälle pro 100.000 Lebendgeburten gestiegen und zähle zu den höchsten weltweit, hieß es weiter. Auch die Säuglingssterblichkeitsrate sei sehr hoch.
Hunger ist „tödliche Bedrohung“
„Kinder werden in einen Krieg hineingeboren, der ihnen Schutz, medizinische Versorgung und oft sogar jede Überlebenschance nimmt“, sagte Florian Westphal, Geschäftsführer von „Save the Children“ Deutschland. Selbst dort, wo es keine aktiven Kämpfe gebe, sei Hunger „längst zur tödlichen Bedrohung geworden“
Seit drei Jahren herrscht im Sudan ein erbitterter Machtkampf, ausgetragen zwischen der regulären Armee und den paramilitärischen „Rapid Support Forces“ (RSF). Der Krieg begann am 15. April 2023 in und um die Hauptstadt Khartum und weitete sich auf große Teile des nordostafrikanischen Landes aus. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind mehr als 33 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen. Beide Kriegsparteien blockieren immer wieder die Lieferung von humanitärer Hilfe.
Seit 1983 im Sudan
Zu den Geburten im Sudan hat „Save the Children“ nach eigenen Angaben Daten des sudanesischen Gesundheitsministeriums ausgewertet. Die Hilfsorganisation ist seit 1983 in dem Land tätig. Unter anderem unterstützt sie Kinder und Familien in mobilen Kliniken und Gesundheitszentren.




