Hilferufe an Berliner Sudan-Konferenz

Hilferufe an Berliner Sudan-Konferenz
Zum dritten Jahrestag des Kriegsbeginns im Sudan lädt die Bundesregierung zu einer internationalen Konferenz nach Berlin. Hilfswerke fordern mehr Druck auf die Konfliktparteien.

Berlin (epd). Bombardements, ein Viertel der Bevölkerung auf der Flucht, Millionen Menschen in Not: Drei Jahre nach Beginn des Kriegs im Sudan zeichnet sich kein Ende einer der weltweit größten humanitären Krisen ab. Hilfsorganisationen mahnen zum Jahrestag mehr Hilfe für die Bevölkerung an. Von der internationalen Sudan-Konferenz, zu der die Bundesregierung am Mittwoch in Berlin einlädt, erwarten sie mehr Aufmerksamkeit für den folgenschweren Konflikt.

„Menschen fliehen vor Bomben und Hunger gleichzeitig“, erklärte Care Deutschland. Nach wochenlangen Märschen erreichten sie erschöpft, traumatisiert und schwer mangelernährt Nachbarländer wie den Tschad oder Südsudan. Vor allem Frauen und Mädchen berichteten von sexuellen Übergriffen. Kinder erzählten vom Verlust der Eltern im Chaos. „Wer jetzt nicht handelt, nimmt das Leiden der Zivilbevölkerung und vermeidbare Todesfälle bewusst in Kauf“, betonte Generalsekretär Karl-Otto Zentel.

Hunger und Flucht

Rund die Hälfte aller Menschen im Sudan sei von akuter Mangel- und Unterernährung betroffen, weitere Regionen stünden vor einer Hungersnot, erklärte das Deutsche Sudan-Netzwerk aus mehr als 30 Organisationen, Akteuren und Stiftungen. Die katastrophale Lage im Sudan verlange, dass bei der Berlin-Konferenz auf Absichtserklärungen konkrete Maßnahmen folgen müssten, betonte das Netzwerk auch mit Blick auf die massive Vertreibungskrise: Nach drei Jahren Krieg im Sudan ist laut UN-Flüchtlingshilfswerk ein Viertel der Bevölkerung auf der Flucht, mehr als zwölf Millionen Menschen. Zugleich fehle das Geld, den Flüchtlingen zu helfen.

„Der Schutz der Zivilbevölkerung muss oberste Priorität haben“, forderte das Sudan-Netzwerk, dem unter anderem „Ärzte ohne Grenzen“, „Brot für die Welt“, Welthungerhilfe, „Aktion gegen den Hunger“ und Amnesty International Deutschland angehören. „Menschen in Not brauchen ungehinderten und sicheren Zugang zu humanitärer Hilfe - unabhängig von einem Waffenstillstand.“ Der Druck auf die Konfliktparteien müsse erhöht werden, um die Zivilbevölkerung und zivile Einrichtungen zu schützen und den Zugang humanitärer Hilfe zu gewährleisten. Auch müssten die Gelder für humanitäre Hilfe dringend aufgestockt werden. Der Hilfsplan für 2026 sei bislang nur zu 16 Prozent finanziert.

Erbitterter Machtkampf

Seit drei Jahren herrscht im Sudan ein erbitterter Machtkampf, ausgetragen zwischen der regulären Armee und den paramilitärischen „Rapid Support Forces“ (RSF). Der Krieg begann am 15. April 2023 in und um die Hauptstadt Khartum und weitete sich auf große Teile des nordostafrikanischen Landes aus.

Die internationale Sudan-Konferenz wird von der Bundesregierung gemeinsam mit der EU, Frankreich, Großbritannien, den USA und der Afrikanischen Union ausgerichtet. Sie soll Aufmerksamkeit sowie mehr Hilfe für die Bevölkerung mobilisieren und Wege aus dem Krieg finden.