Berlin (epd). Nach drei Jahren Krieg im Sudan ist laut UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR ein Viertel der Bevölkerung auf der Flucht. Zugleich fehle das Geld, den Flüchtlingen zu helfen, erklärte das UNHCR am Montag in Berlin. Von der Sudan-Konferenz am Mittwoch in der deutschen Hauptstadt erwartet das Hilfswerk der Vereinten Nationen mehr Aufmerksamkeit für die weltweit größte Flüchtlingskrise.
Mehr als zwölf Millionen Menschen hat der Krieg vertrieben. Etwa 4,5 Millionen Sudanesinnen und Sudanesen haben bisher in den Nachbarländern Schutz gesucht. Allein der Tschad hat zuletzt fast eine Million Menschen aus dem Sudan aufgenommen, zu rund 300.000, die bereits vor dem seit April 2023 andauernden Krieg dorthin geflohen waren. Die Flüchtlinge aus dem Sudan seien vielfach unterernährt und hätten eine hohe Schutzbedürftigkeit, sagte Jens Hesemann, UNCHR-Vertreter im Tschad. Die Menschen brächten „furchtbare Geschichten“ von ihrer Flucht mit.
Suche nach Wegen aus dem Krieg
Für den Tschad, eines der ärmsten Länder der Welt, seien die großen Flüchtlingszahlen eine große Herausforderung. Zugleich mache die Finanzierungskrise für humanitäre Hilfe und Entwicklungshilfe die Versorgung der Flüchtlinge extrem schwer. Die Wasserversorgung sei schwierig, sagte Hesemann, ebenso die Versorgung mit einem Dach über dem Kopf. „Wir können es uns nicht leisten, jeder Familie eine Notunterkunft zu bauen.“
Seit drei Jahren herrscht im Sudan ein erbitterter Machtkampf, ausgetragen zwischen der regulären Armee und den paramilitärischen „Rapid Support Forces“ (RSF). Der Krieg begann am 15. April 2023 in und um die Hauptstadt Khartum und weitete sich auf große Teile des nordostafrikanischen Landes aus. Für Mittwoch hat die Bundesregierung zu einer internationalen Sudan-Konferenz in Berlin eingeladen. Im Kern geht es bei dem gemeinsam mit der EU, Frankreich, Großbritannien, den USA und der Afrikanischen Union ausgerichteten Treffen darum, Aufmerksamkeit sowie mehr Hilfe für die Bevölkerung zu mobilisieren und Wege aus dem Krieg zu finden.




