Benin wählt neuen Präsidenten

Benin wählt neuen Präsidenten
Nur zwei Politiker treten am Sonntag bei den Präsidentschaftswahlen in Benin an. Als Favorit gilt der Kandidat der Regierungskoalition.

Dakar, Cotonou (epd). Im westafrikanischen Benin ist die Bevölkerung am Sonntag zur Wahl eines neuen Staatsoberhaupts aufgerufen. Nach zehn Jahren an der Macht tritt Präsident Patrice Talon nicht erneut an. Kandidat der Regierungskoalition ist der 49-jährige Finanzminister Romuald Wadagni. Als einziger Oppositionskandidat tritt Paul Hounkpè von der Partei FCBE an. Andere Anwärter wurden von der Wahl ausgeschlossen, weil sie die notwendigen Voraussetzungen für eine Kandidatur nicht erfüllen konnten.

Ein Präsidentschaftskandidat muss mindestens 28 Unterstützungsbekundungen von gewählten Amtsträgern erhalten, um kandidieren zu können. Kritiker sehen in den hohen Anforderungen ein Mittel, die politische Konkurrenz einzuschränken.

Angriffe islamistischer Gruppen

Aufgrund der geschwächten Opposition gilt Wadagni als klarer Favorit. Im Wahlkampf setzte er vor allem auf die wirtschaftliche Entwicklung, während sein Herausforderer Hounkpè soziale Themen betonte. Beide Kandidaten halten ein entschlossenes Vorgehen gegen dschihadistische Gruppen im Norden des Landes für notwendig.

Der scheidende Präsident Patrice Talon hinterlässt eine gemischte Bilanz. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds wuchs die Wirtschaft des Landes im vergangenen Jahr um rund sieben Prozent, womit sie als eine der stabilsten in Westafrika gilt. Zugleich ging die Regierung hart gegen Kritiker und die Opposition vor. Eine große Herausforderung für das Land sind zunehmende Angriffe islamistischer Gruppen. Vergangenen September scheiterte ein Putschversuch aufständischer Soldaten.

7,8 Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen

Etwa 7,8 Millionen Menschen sind wahlberechtigt. Bereits im Januar wurden in Benin Parlamentswahlen abgehalten, bei denen die Opposition an einer 20-Prozent-Hürde scheiterte. Die Regierungskoalition von Talon hält damit weiterhin alle 109 Sitze in der Nationalversammlung.