Weimar (epd). Online-Modeplattformen beeinflussen das Selbstbild von Frauen stärker als bislang angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bauhaus-Universität Weimar, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Für viele Frauen sei der Einkauf im Netz mit emotionalem Aufwand verbunden und könne das eigene Körpergefühl ins Wanken bringen, hieß es. Stimmten im Entscheidungsprozess über Passform, Größe oder Stil Erwartungen und Realität nicht überein, werde die Ursache häufig nicht im Produkt, sondern im eigenen Körper gesucht.
Zudem orientierten sich viele Online-Plattformen an standardisierten Körperbildern und böten nur begrenzte Möglichkeiten, individuelle Unterschiede abzubilden, hieß es weiter. Dadurch könnten Unsicherheiten verstärkt und negative Selbstwahrnehmungen gefördert werden. Teilnehmerinnen der qualitativen, nicht repräsentativen Studie waren den Angaben zufolge in Statur, Körperform und Hautfarbe divers.
Frauen sind Zielgruppe
Frauen bilden demnach die zentrale Zielgruppe von Online-Modeplattformen und machen mehr als 60 Prozent von Kundschaft und Umsatz aus. Ziel von Shopping-Plattformen sei häufig nur, Kaufabschlüsse zu maximieren, hieß es. Dies führe oft dazu, dass Kleidungsstücke in mehreren Größen bestellt werden und ein Großteil davon zurückgeschickt wird. Die Retouren verursachten Kosten durch Versand, Prüfung und Entsorgung sowie einen erheblichen ökologischen Fußabdruck.
Die Wissenschaftlerinnen plädieren für ein Umdenken im Design digitaler Systeme. Realistischere Darstellungen und eine verbesserte Passformeinschätzung könnten dazu beitragen, Fehlkäufe und Retouren zu reduzieren.



