Berlin (epd). Ein Bündnis aus 13 Verbänden kritisiert die angekündigte Streichung der Rechtsberatung für queere Flüchtlinge. Um besondere Schutzbedarfe festzustellen und sie rechtlich geltend zu machen, brauche es „fachlich qualifizierte, spezialisierte Beratung“, heißt es in einem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Offenen Brief. Unterzeichnet haben das Schreiben unter anderen der Lesben- und Schwulenverband Deutschland, die Aidshilfe in Frankfurt am Main und Gießen, die Schwulenberatung in Berlin und der Verein Rosa Strippe in Bochum.
Die Praxis zeige, dass viele queere Geflüchtete ihre Fluchtgründe erst im Verlauf wiederholter, spezialisierter Beratungsgespräche umfassend und nachvollziehbar darstellen könnten, heißt es in dem Brief. Ohne diese Unterstützung bestehe das Risiko, dass relevante Schutzgründe unberücksichtigt bleiben und Schutzbedürftige ihre völkerrechtlich verankerten Rechte nicht wahrnehmen könnten.
Erhalt und Ausbau gefordert
Das Bundesinnenministerium erwägt, die Finanzierung der Asylverfahrensberatung ab 2027 zu streichen. Die Unterzeichner des Offenen Briefs forderten deren Erhaltung, außerdem den Erhalt oder sogar Ausbau der besonderen Rechtsberatung, von der unter anderem queere Menschen profitieren. Zudem sollten Beratungsangebote unter Berücksichtigung der Perspektive Betroffener transparent evaluiert werden.



