Rom (epd). Papst Leo XIV. hat sich am Ostersonntag mit einem Friedensappell an die Welt gewandt. „Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder! Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden!“, forderte Leo in seiner Osteransprache, bevor er von der Loggia des Petersdom in Rom den traditionellen Segen „Urbi et Orbi“ (der Stadt und dem Erdkreis) spendete. Dazu waren Zehntausende Menschen bei sonnigen 20 Grad Celsius auf den Petersplatz gekommen.
Für den nächsten Samstag rief Leo zu einem gemeinsamen Friedensgebet auf. Der Papst ergänzte in seiner Osteransprache, dass Frieden nicht mit Gewalt erzwungen werde, sondern durch Dialog, „nicht mit dem Willen, den anderen zu beherrschen, sondern ihm zu begegnen“. Die Welt sei gerade dabei, sich an Gewalt zu gewöhnen. „Wir finden uns damit ab und werden gleichgültig“, sagte der aus den USA stammende Papst in seiner ersten Osteransprache als Kirchenoberhaupt.
Erinnerung an Papst Franziskus
Gleichgültig werde die Menschheit auch gegenüber den wirtschaftlichen und sozialen Folgen, die die Konflikte verursachten. „Es gibt eine immer ausgeprägtere 'Globalisierung der Gleichgültigkeit', um einen Ausdruck zu verwenden, den Papst Franziskus gern verwendet hat“, zitierte Leo seinen Vorgänger, der am Ostermontag vor einem Jahr im Alter von 88 Jahren gestorben war.
Der Segen „Urbi et Orbi“ des Papstes ist eines der bekanntesten Rituale der katholischen Kirche. Er wird zu Weihnachten und zu Ostern gespendet. Allen, die die Worte des Papstes hören, sei es persönlich in Rom oder über moderne Kommunikationsmittel an jedem anderen Ort auf der Welt, wird nach der Kirchenlehre ein Ablass gewährt.



