Nürnberg (epd). Der bayerische evangelische Landesbischof Christian Kopp hat am Karfreitag an die Kraft der Versöhnung erinnert. „Ohne Versöhnung wird das Leben hart und bitter“, sagte Kopp in seiner Predigt in der Nürnberger Lorenzkirche laut Manuskript. Die jetzigen Zeiten seien sehr besonders. „Die einen nennen es Umbruchjahre, Zeitenwende, Achsenzeit.“ Es seien auf jeden Fall sehr anstrengende Jahre für die Menschen. Gegenwärtig seien Versöhnung und Ausgleich besonders dringlich. „Christinnen und Christen suchen immer die Versöhnung.“ Wer sich versöhnen wolle, müsse vertrauen können. Aber das Vertrauen leide in diesen wirren Zeiten.
„Es geschehen zu viele Dinge, die hätten wir alle nie erwartet. Also, ich jedenfalls nicht. Nie. Zu viel Irrsinn in der Welt“, sagte Kopp, auch mit Blick auf eine Entscheidung des Parlaments in Israel vor wenigen Tagen. Das neue Gesetz, das bei terroristischen Straftaten die Todesstrafe erlaube, betreffe in der Praxis nur Palästinenser, „es ist im Kern rassistisch“, sagte Kopp. Noch bleibe die Hoffnung, dass der Oberste Gerichtshof dieses Gesetz stoppe. „Ich habe darauf vertraut, dass wir als Menschheit weiter sind. Dass immer mehr Staaten die Todesstrafe abschaffen. Endgültig. Überall.“



