Frankfurt a.M. (epd). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) will mit einer Kampagne ihre Seelsorgearbeit stärker in der Öffentlichkeit bekannt machen. Wichtige Arbeitsfelder, die eher im Verborgenen stattfinden, sollten damit sichtbar gemacht werden, sagte die hessen-nassauische Kirchenpräsidentin Christiane Tietz am Donnerstag bei einem Besuch im kurz vor der Eröffnung stehenden neuen Frankfurter Flughafenterminal 3. Beispielhaft sei die Flughafenseelsorge, die sich um Reisende und mehrere Zehntausend Flughafenbeschäftigte kümmert.
Nach der Eröffnung des neuen Terminals Ende April wird in dessen öffentlich zugänglichem Bereich bis zum Herbst auch eine neue christliche Kapelle eingerichtet werden. Bereits mit der Aufnahme der ersten Flüge soll der Raum provisorisch eingerichtet für Andachten und Gebete nutzbar sein. Der Raum im Obergeschoss des Terminals verfügt über eine große Glasfront zur zentralen Kofferausgabe hin, die die beiden Kirchen auf eigene Kosten noch künstlerisch gestalten wollen, um eine geschützte Atmosphäre zu schaffen.
Überwiegend ehrenamtliches Seelsorgeteam kümmert sich um Passagiere
Allein auf evangelischer Seite ist ein überwiegend ehrenamtlich tätiges, 25-köpfiges Team für die Flughafenseelsorge am größten bundesdeutschen Luftverkehrskreuz tätig. Die Aufgaben seien äußerst vielfältig, berichtete die Frankfurter Flughafenpfarrerin Bettina Klünemann. Es gehe um die Betreuung gestrandeter Reisender, die Übermittlung von Todesnachrichten oder darum, Passagiere mit Flugangst nach einer Panikattacke zu beruhigen.
Auch der Empfang von Reisenden, die aus Kriegsgebieten evakuiert wurden, wie unlängst nach dem US-amerikanisch-israelischen Angriff auf den Iran, gehöre zum Arbeitsalltag. „Das Vertrauen, das uns am Flughafen entgegengebracht wird, ist unglaublich groß“, sagte Klünemann. Alle internationalen Krisen der vergangenen Jahre hätten sich auf den Flughafenbetrieb ausgewirkt.
Corona-Zeit war herausfordernd
Besonders herausfordernd sei die Situation während der Coronavirus-Pandemie gewesen, berichtete Klaus Mittorp, einer der Ehrenamtlichen im Seelsorge-Team. Damals seien nur Menschen gereist, die einen sehr ernsten Grund dafür hatten. Zudem hätten zahlreiche Passagiere im Transitbereich festgesteckt, wenn ihre Zielländer keine Flüge mehr zuließen, die Passagiere ohne Visum aber auch nicht das Flughafengelände verlassen durften: „Wir hatten Fälle von Menschen, die hier fünf oder sechs Wochen lang feststeckten.“



