Berlin (epd). Der Flüchtlingsbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Christian Stäblein, hat an die in Pakistan festsitzenden afghanischen Flüchtlinge mit deutscher Aufnahmezusage erinnert. Es treffe ihn tief, dass es für diese Menschen „nach Jahren des Wartens noch immer keine Sicherheit gibt“, erklärte Stäblein am Donnerstag in Berlin nach einem online geführten Seelsorge-Gespräch mit einer betroffenen Familie in Pakistan.
Dennoch hätten diese Menschen „ihr Vertrauen in Rechtsstaatlichkeit und Menschlichkeit nicht aufgegeben“: „Deshalb sehe ich uns, unser Land in der Verantwortung, Wort zu halten und die Würde dieser Menschen zu achten, so wie es unser Grundgesetz fordert“, erklärte Stäblein, der auch Bischof der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ist.
Furcht vor Abschiebung nach Afghanistan
Mit Blick auf die Leidensgeschichte Jesu erklärte er weiter, so viele Menschen in der Welt lebten in Angst, „erleiden ihre sehr persönliche Passion“ und hofften sehnsüchtig auf ein „Ostern“. Besonders bewege ihn in diesen Tagen das Schicksal „derer, die aus dem Blick geraten sind - wie die rund 900 afghanischen Menschen, die trotz deutscher Aufnahmezusage weiterhin in Pakistan festsitzen und fürchten, nach Afghanistan abgeschoben zu werden“.
Für die betroffene Personengruppe mit einer Zusage aus dem Bundesaufnahmeprogramm Afghanistan oder dem sogenannten Ortskräfteverfahren lief Ende 2025 eine mit Pakistan geschlossene Vereinbarung ab, wonach diese Menschen nicht in ihr Herkunftsland abgeschoben werden.



