Kirchen zu Ostern: Fest des Lichtes in der Dunkelheit

Kirchen zu Ostern: Fest des Lichtes in der Dunkelheit
Inmitten von Kriegen, Krisen und einer zunehmend rauen gesellschaftlichen Stimmung verweisen führende evangelische Theologinnen auf die Osterbotschaft als Quelle von Hoffnung und Halt: Not und Leid haben danach nicht das letzte Wort.
02.04.2026
epd
Von Stephan Cezanne (epd)

Frankfurt a.M. (epd). Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs, bezeichnet die Osterbotschaft angesichts von Krisen und Kriegen als elementare Quelle von Hoffnung und Halt. In ihrer am Donnerstag veröffentlichten Botschaft betonte sie, die „Abgründe der Welt“ seien nicht die ganze Wirklichkeit - darin liege die Kraft von Ostern. Die Auferstehung Jesu Christi sei eine der „machtvollsten Hoffnungsgeschichten“, die Christen kennen.

„Not und Leid haben nicht das letzte Wort“, unterstrich die EKD-Ratsvorsitzende und Hamburger Bischöfin. „Mich berührt in diesem Jahr besonders, wie widerständig und kraftvoll dieser Osterruf ist: Die Zuversicht, dass das Leben siegt, inmitten all der Kriege und des Elends dieser Tage.“ Gott weise Hass und Vernichtung in die Schranken und habe dem Tod am Kreuz die Macht genommen.

Seelsorgeangebot der Kirche

Fehrs verwies zugleich auf das breite kirchliche Seelsorgeangebot. Dieses begleite Menschen im Alltag und in Krisen. Viele Menschen suchten solche Gespräche. Allein in der Telefonseelsorge würden jährlich 1,3 Millionen Gespräche von mehr als 200 Hauptamtlichen und rund 8.000 Ehrenamtlichen geführt - im Schnitt rund 3.500 Gespräche am Tag. Hinzu kämen Tausende Mails und Chats.

Auch die pfälzische Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst rief angesichts von Krieg, Leid und gesellschaftlicher Verrohung dazu auf, an der Hoffnung festzuhalten und nicht zu resignieren. Ostern stehe für die Kraft des Lebens, das sich selbst dort Bahn breche, wo alles dunkel und erstarrt erscheine, schreibt die Kirchenpräsidentin in ihrer am Donnerstag in Speyer veröffentlichten Osterbotschaft.

Ostern sei der Moment, in dem Menschen darauf vertrauen dürften, dass neues Leben wachse, obwohl vieles dagegenspreche. „Glauben an das, was man noch nicht sieht. Das ist Ostern“, schrieb Wüst. Es gehe darum, sich nicht mit Hoffnungslosigkeit abzufinden, „sondern auf die leisen Zeichen des Lebens zu achten“.

Ostern ermutigt zu Menschlichkeit

Ebenso betonte die westfälische Präses Adelheid Ruck-Schröder angesichts von Krieg und Gewalt die Hoffnung der biblischen Osterbotschaft. Überall auf der Welt erlebten Menschen Qual, Leid, Schmerz und Tod, sagte Ruck-Schröder in Bielefeld. Als Beispiele nannte sie die palästinensischen Gebiete und Israel sowie Iran und Ukraine. Dennoch oder gerade deshalb feierten Christinnen und Christen auf der ganzen Welt das Osterfest, mitten im Krieg, mitten im Frieden. „Ostern bedeutet Hoffnung für die Welt“, sagte die Präses.

„Ostern ist das Fest des Lichtes in der Finsternis“, unterstrich Ruck-Schröder. Zum Trotz gegen den Tod, zum Trotz gegen Gewalt und Krieg in der Welt erzählten Christen „diese unglaublich starke Botschaft“, dass der Tod nicht das letzte Wort habe. Ostern fange für sie in der Nacht an, sagte die leitende Theologin der viertgrößten deutschen Landeskirche. „Hier spüre ich, wie aus Finsternis Licht wird.“