Genf (epd). Der UN-Hochkommissar Volker Türk hat die verschärfte staatliche Unterdrückung der Bevölkerung des Irans seit Beginn des Nahost-Krieges angeprangert. Es sei bereits von acht Hinrichtungen berichtet worden, erklärte Türk am Mittwoch in Genf.
Dutzenden weiteren Verurteilten, darunter auch Kindern, drohe die Hinrichtung. Die Zahl der seit Konfliktbeginn festgenommenen Menschen werde auf 2.345 geschätzt. Die Behörden beschuldigten sie der Straftaten im Kontext der nationalen Sicherheit, darunter Terrorismus, regimekritisches Verhalten, mutmaßliche Spionage und „Zusammenarbeit mit dem Feind“.
Entsetzliche Haftbedingungen
Viele derjenigen, die während der Proteste gegen das Mullah-Regime im Januar und im Rahmen des andauernden Konflikts willkürlich festgenommen worden seien, litten unter entsetzlichen Haftbedingungen. Sie müssten mit Schnellverfahren rechnen und die Gefahr bestehe, dass die Todesstrafe verhängt werde.
Die USA und Israel hatten Ende Februar eine massive Militärkampagne gegen den Iran begonnen. Das iranische Regime reagierte mit Angriffen auf US-Einrichtungen und zivile Objekte in mehreren Staaten der Region sowie mit Attacken auf Israel. Zuvor ließ das fundamental-islamistische Regime in Teheran Anfang des Jahres einen Volksaufstand blutig niederschlagen. Mutmaßlich starben dabei Zehntausende Menschen.



