Nairobi, Khartum (epd). Tausende Frauen und Mädchen in der sudanesischen Region Darfur sind Opfer von sexueller Gewalt als Kriegswaffe. „Ärzte ohne Grenzen” dokumentiert in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht das horrende Ausmaß, in dem vor allem Kämpfer der paramilitärischen “Rapid Support Forces" und mit ihnen verbündeter Milizen gezielt Frauen aus nicht-arabischen Bevölkerungsgruppen vergewaltigen, um diese zu demütigen und einzuschüchtern.
„Sexualisierte Gewalt ist ein Merkmal dieses Konfliktes und geht weit über die Frontlinien hinaus“, erklärte Ruth Kauffmann, Notfallkoordinatorin von „Ärzte ohne Grenzen“. Von Januar 2024 bis November 2025 wurden demnach knapp 3.400 Überlebende sexueller Gewalt in medizinischen Einrichtungen von "Ärzte ohne Grenzen” in den Regionen Nord- und Süd-Darfur behandelt. Diese Fälle bildeten aber nur einen Bruchteil der tatsächlichen Gewalttaten ab, betonte die Hilfsorganisation.
Auch kleine Mädchen als Opfer
In Süd-Darfur wurde dem Bericht zufolge ein Drittel der Frauen bei der Arbeit auf Feldern angegriffen, weitere 20 Prozent, als sie Wasser oder Feuerholz holten. Ein Fünftel der Überlebenden in der Region sind laut Report minderjährige Mädchen, auch Kinder jünger als fünf Jahre wurden missbraucht. Drei Prozent der Betroffenen insgesamt waren Männer und Jungen.
Der Sudan ist seit fast drei Jahren Schauplatz eines brutalen Krieges, ausgetragen zwischen der regulären Armee und den paramilitärischen „Rapid Support Forces“ (RSF). Die Kämpfe haben eine der schwerwiegendsten humanitären Katastrophen der jüngeren Vergangenheit ausgelöst, mit Millionen Flüchtlingen und Vertriebenen. Beiden Konfliktparteien wurden wiederholt Angriffe auf die Zivilbevölkerung und Zerstörung ziviler Infrastruktur vorgeworfen. Bemühungen um Friedensverhandlungen sind bisher gescheitert.




