20. Jahrestag des Dortmunder NSU-Mords: Kein Platz für Hass und Hetze

20. Jahrestag des Dortmunder NSU-Mords: Kein Platz für Hass und Hetze
Mindestens zehn Menschen wurden von der rechtsextremen Terrorgruppe NSU aus rassistischen Motiven getötet. Einer von ihnen war der Dortmunder Mehmet Kubasik. Vor 20 Jahren wurde er in seinem Kiosk erschossen.

Dortmund (epd). Mit einem stillen Gedenken und einer Kundgebung ist am Samstag in Dortmund an die Ermordung von Mehmet Kubasik vor 20 Jahren erinnert worden. Der aus der Türkei stammende Einzelhändler war am 4. April 2006 vom rechtsextremen Terrornetzwerk „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) in seinem Kiosk erschossen worden. Die Neonazis hätten Kubasik, der sich mit seiner Frau und seiner Familie ein neues Leben aufgebaut und Dortmund zu seiner Heimat gemacht habe, kaltblütig und aus Hass ermordet, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) in einer Ansprache.

Die Familie Kubasiks habe unfassbares Leid, aber auch Verdächtigungen und Diffamierungen ertragen müssen, erklärte Wüst. Der Staat habe aus Opfern zeitweise Verdächtige gemacht. „Dafür bitte ich Familie Kubasik im Namen des Landes Nordrhein-Westfalen um Entschuldigung“, sagte der Ministerpräsident. „Mehmet Kubasik war einer von uns.“ Die Erinnerung an ihn mahne alle zu entschlossenem Handeln: „Hass und Hetze haben in unserem Land keinen Platz.“

Jahrelange Mordserie und falsche Verdächtigungen

Der Demonstrationszug führte von Kubasiks Kiosk zum Mahnmal für die NSU-Opfer am Dortmunder Hauptbahnhof. Auch Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund erinnerte an das Verbrechen von 2006 und alle Opfer rassistisch motivierter und rechter Gewalt. „Unser Gedenken ist nicht nur ein Akt der Erinnerung, sondern ein klares Bekenntnis zu einer offenen, solidarischen und vielfältigen Stadtgemeinschaft - und gegen rechtsextremen Terror, Ausgrenzung und Demokratiefeindlichkeit“, erklärte Vereinspräsident Hans-Joachim Watzke.

Die NSU-Mordserie begann am 9. September 2000. Bis 2007 wurden zehn Menschen von der Terrorgruppe getötet, neun von ihnen hatten eine Migrationsgeschichte. Kubasik war das achte Todesopfer, er wurde in seinem Kiosk erschossen aufgefunden. Fälschlicherweise wurde er anfangs von Ermittlern krimineller Machenschaften verdächtigt, auch die Witwe und Tochter waren jahrelang falschen Verdächtigungen ausgesetzt. Erst mit der Enttarnung der NSU-Mitglieder wurde in Richtung rechtsextremer Täter ermittelt.