Schneider drängt auf Tempo bei Energiewende

Schneider drängt auf Tempo bei Energiewende
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) fordert einen schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien, wie zum Beispiel Windkraft - und wirbt für den Kauf von mehr Elektroautos.

Köln, Berlin (epd). Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) fordert mehr Tempo bei den Reformplänen zur Energiewende. Er wolle, dass die erneuerbaren Energien, „die unsere Freiheits- und Sicherheitsenergien sind, schneller ausgebaut werden als bisher“, sagte Schneider im Interview der Woche des Deutschlandfunks: „Es gibt keine günstigere Energieversorgung als aus Erneuerbaren.“ Der Windkraftausbau müsse beschleunigt werden, ihm dürften „keine Steine in den Weg“ gelegt werden.

Schneider hatte am 25. März in Berlin ein neues Klimaschutzprogramm vorgestellt, das bis 2030 zusätzliche Einsparungen von 27 Millionen Tonnen CO2 bringen soll. Damit soll die Kluft zwischen Treibhausgasen und Einsparzielen verringert werden. Kern des Programms ist eine Investition in erneuerbare Energie: Durch eine zusätzliche Ausschreibung von 12 Gigawatt Windkraft an Land sollen bis 2030 rund 2.000 Windräder mehr am Netz sein.

Appell für klimafreundliche Technologien

Bei der geplanten Reform des Gebäudeenergiegesetzes will sich Schneider für die Interessen von Mieterinnen und Mietern einsetzen. Es sollen Anreize gesetzt werden, klimafreundliche und auch kostenfreundliche Alternativen einzubauen. „Ich möchte, dass die Anreize für Menschen oder Eigentümer groß sind, in Wärmepumpen, also in klimafreundliche Technologien zu investieren und sich nicht vom Erdgas oder, noch schlimmer, vom Öl abhängig zu machen. Angesichts der Situation, die wir jetzt in der Welt haben, wäre das paradox“, so der Minister.

Schneider warb zudem für den Kauf von Elektroautos. Gleichzeitig sprach der Minister die aktuelle Energiekrise an. Diese sei „betonhart“ für die Menschen, die jetzt pendeln oder deren Unternehmen auch einen starken Energieteil haben wie zum Beispiel Logistiker: „Ich hoffe sehr, dass wir endlich dort auch eine Befriedung der Situation bekommen.“

Deutschland hat sich verpflichtet, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 zu mindern. Bis 2045 soll der Netto-Ausstoß auf null sinken.