Köln (epd). Eine Mehrheit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland hat laut einer Studie bereits Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt gemacht. Fast zwei Drittel (64 Prozent) von 5.855 befragten jungen Menschen haben demnach mindestens eine Form „sexualisierter Gewalt ohne Körperkontakt“ vor allem im Internet erlebt, wie eine aktuelle Sonderauswertung zur Jugendsexualitätsstudie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit ergab, die am Freitag in Köln vorgelegt wurde. 29 Prozent der Befragten berichteten zudem von mindestens einer Erfahrung mit sexualisierter Gewalt mit Körperkontakt.
Zu den Formen ohne Körperkontakt zählen nach Angaben des Instituts unter anderem das gezielte Anbahnen sexueller Kontakte mit Minderjährigen im Internet (Cybergrooming), sexualisierte Beleidigungen und das Zusenden sexueller Bilder oder Filme. Zu den Formen mit Körperkontakt gehören ungewollte oder erzwungene körperliche Berührungen oder sexuelle Handlungen. Junge Frauen waren laut der Umfrage davon doppelt so häufig betroffen wie junge Männer (40 gegenüber 18 Prozent). Die Handelnden waren in 71 Prozent der Fälle männlich.
Erhöhtes Risiko für sexualisierte Gewalt im Jugendalter
Die Daten zeigen den Angaben zufolge außerdem, dass Jugendliche sexualisierte Gewalt häufig durch Gleichaltrige erfahren, und das nicht selten in Anwesenheit oder mit Kenntnis anderer Gleichaltriger. Die Befunde belegen demnach, dass das Jugendalter eine Phase erhöhten Risikos für sexualisierte Gewalt ist und Beobachtende und Mitwissende sowohl vor, während als auch nach Situationen sexualisierter Gewalt eine wichtige Rolle bei den Vorfällen spielen.
Die Befragtung erfolgte zwischen Februar und Juli 2025. Befragt wurden 3.514 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren sowie 2.341 junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren



