Stuttgart (epd). Aus Sicht des Leiters des Schlaflabors am Klinikum Stuttgart, Andrei Mereuta, ist eine Abschaffung der halbjährlichen Zeitumstellung „klar zu befürworten“. Die wiederkehrende Verschiebung der Uhren störe den inneren biologischen Rhythmus und sei mit messbaren negativen Effekten auf Schlaf, Leistungsfähigkeit und Gesundheit verbunden, sagte er dem Evangelischen Pressedienst (epd) vor der Umstellung in der Nacht zum Sonntag, wenn die Uhren von 2 auf 3 Uhr vorgestellt werden und die Sommerzeit beginnt.
Die Zeitumstellung führe zu einer Art „Mini-Jetlag“, erklärte Mereuta. Der innere Takt des Körpers sei eng an den Hell-Dunkel-Wechsel gekoppelt. Werde dieser abrupt verschoben, litten vorübergehend die Schlafqualität, die Hormonregulation etwa von Melatonin und Cortisol sowie Stimmung und Konzentrationsfähigkeit. Besonders zu kämpfen hätten damit Menschen mit ohnehin empfindlichem Schlaf, Kinder, ältere Personen und sogenannte Eulen mit einem späten Chronotyp. In der Regel dauere die Anpassung einige Tage bis etwa eine Woche.
Tipps gegen den „Mini-Jetlag“
Mereuta rät dazu, schon einige Tage vor der Umstellung die Schlafzeiten schrittweise vorzuverlegen, morgens viel Tageslicht zu tanken, regelmäßige Schlafenszeiten einzuhalten sowie Koffein am Abend und abendliches Bildschirmlicht zu meiden. Am sinnvollsten wäre aus seiner Sicht eine dauerhafte Beibehaltung der Normalzeit, also der Winterzeit, da sie am besten mit dem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus übereinstimme.



