Osnabrück, Berlin (epd). Das Islamkolleg Deutschland wird noch mindestens bis 2029 finanziell vom Bund unterstützt. Allerdings falle die Förderung in den kommenden Jahren mit durchschnittlich je rund 840.000 Euro etwas geringer aus als in den Jahren 2024 bis 2026, teilte das Bundesinnenministerium auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) mit. Damals lag sie bei etwas mehr als einer Million Euro. Die Strukturen des 2021 gegründeten und in Osnabrück ansässigen Kollegs seien „bereits etabliert und müssen dementsprechend nicht erneut finanziert werden“, begründete ein Sprecher die Kürzungen. Zuerst hatte der NDR darüber berichtet.
Samy Charchira, Vorstandsvorsitzender des Kollegs, das Imame in deutscher Sprache für die Arbeit in den Moscheegemeinden ausbildet, begrüßte die erneute Förderung. „Wir müssen zwar wie viele weitere Einrichtungen aufgrund der allgemeinen Sparmaßnahmen Kürzungen hinnehmen. Aber für uns ist es extrem wichtig, dass die begonnene Arbeit weitergehen kann“, sagte Charchira dem epd. Er kündigte an, nicht bei der Lehre zu sparen, sondern „die ein oder andere Fachtagung“ zu streichen.
Land Niedersachsen gibt 100.000 Euro pro Jahr
Das Land Niedersachsen beteiligt sich nach eigenen Angaben mit zehn Prozent der Bundesförderung an der Finanzierung des Kollegs. Bis einschließlich 2026 seien insgesamt etwa 500.000 Euro an das Kolleg geflossen. Damit sei primär eine Stelle für Politische Bildung finanziert worden, sagte ein Sprecher des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur dem epd. Die weitere Förderung sei analog zur Förderung durch den Bund geplant.
Das Islamkolleg nehme pro Jahr zwischen 20 und 24 Personen in den zweijährigen Ausbildungslehrgang auf, sagte Charchira. Die Nachfrage sei über die Jahre stabil geblieben und liege meistens etwas über der Kapazitätsgrenze. Das Vertrauen der zunächst vielfach kritischen Islamverbände in die vom deutschen Staat finanzierte Ausbildung sei mittlerweile deutlich gewachsen.



