Genf (epd). In Haiti sind laut dem UN-Hochkommissariat für Menschenrechte in weniger als einem Jahr Tausende Menschen Opfer der ausufernden Bandenkriminalität geworden. Zwischen Anfang März 2025 und Mitte Januar 2026 seien mindestens 5.519 Menschen getötet und 2.608 verletzt worden, teilte das UN-Hochkommissariat am Dienstag in Genf mit.
An der Gewalt seien Banden, Polizei, andere staatliche Kräfte, private Sicherheitsfirmen und Selbstverteidigungsgruppen beteiligt. Einem neuen Bericht des Hochkommissariats zufolge haben sich die Banden in den vergangenen zwölf Monaten über die Hauptstadt Port-au-Prince hinaus ausgebreitet. Sie seien in Vororte und nach Norden in die Départements Artibonite und Centre vorgedrungen.
Strategische Korridore für die Gangs
Laut dem Bericht ist es den Banden gelungen, „strategische Korridore zu sichern und ihre Vorherrschaft über wichtige See- und Landwege aufrechtzuerhalten, die ihre Finanzierung und operative Widerstandsfähigkeit gewährleisten“. Seit Jahren leiden die Menschen in dem Karibikstaat unter den bewaffneten Gangs. Die Bandenkriminalität drückt das Land immer tiefer in Chaos und Armut.



