Aufruf: Nicht bei Entwicklungszusammenarbeit kürzen

Aufruf: Nicht bei Entwicklungszusammenarbeit kürzen
Deutschland gibt deutlich weniger Geld für die Entwicklungszusammenarbeit aus als noch vor wenigen Jahren. Noch weiter dürfe nicht gekürzt werden, fordert unter anderem die Synoden-Präses der EKD, Anna-Nicole Heinrich.

Berlin (epd). Prominente aus Kultur, Sport und den Kirchen rufen die Bundesregierung dazu auf, von einer weiteren Sparrunde bei der Entwicklungszusammenarbeit abzusehen. „Kürzen Sie nicht dort, wo Deutschland mit vergleichsweise wenig Geld Millionen Menschenleben schützt und wir seit Jahren zeigen, was wir mit kluger Politik bewirken können“, heißt es in einem am Dienstag von der Kampagnenorganisation One veröffentlichten Appell.

Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner, darunter die Synoden-Präses der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Anna-Nicole Heinrich, und Irme Stetter-Karp, die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), verweisen auf Erfolge der Entwicklungszusammenarbeit. Deutschland habe viel dazu beigetragen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, hieß es. Polio sei fast besiegt, Tuberkulose und Malaria würden zurückgedrängt. HIV sei kein Todesurteil mehr - und selbst in armen Ländern gebe es bezahlbare Medikamente, die Leben retten.

Deutliche Kürzungen

Deutschland hatte in den vergangenen Jahren deutlich bei der Entwicklungszusammenarbeit sowie der humanitären Hilfe gekürzt. In diesem Jahr stehen dem Entwicklungsministerium etwas mehr als zehn Milliarden Euro zur Verfügung, rund zwei Milliarden Euro weniger als noch im Jahr 2023. Der Kabinettsbeschluss zu den Eckwerten des Bundeshaushalts 2027 wird bis Ende April erwartet.

Der Appell von One wurde unter anderem auch von der Comedian Carolin Kebekus, der Sängerin Nadja Benaissa und dem ehemaligen Profifußballer Neven Subotić unterzeichnet. Auf Instagram wurde dazu auch ein Video veröffentlicht.