Katholische Wähler entscheidend für CDU-Wahlsieg in Rheinland-Pfalz

Katholische Wähler entscheidend für CDU-Wahlsieg in Rheinland-Pfalz
Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz schwankte das Wählerverhalten je nach Konfessionszugehörigkeit erheblich. Ausschlaggebend für den Wahlsieg der CDU war der hohe Zuspruch von katholischen Wählerinnen und Wählern.
23.03.2026
epd
Von Karsten Packeiser (epd)

Mainz (epd). Die rheinland-pfälzische CDU verdankt ihren überraschend klaren Sieg bei der Landtagswahl am vergangenen Sonntag vor allem katholischen Wählerinnen und Wählern. Bei katholischen Christen konnte sie 42 Prozent der Stimmen gewinnen, wie die Forschungsgruppe Wahlen mit Sitz in Mannheim am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd) mitteilte. In der evangelischen und konfessionslosen Wählerschaft blieb die Partei von Spitzenkandidat Gordon Schnieder mit 27 und 24 Prozent unter dem Landesdurchschnitt von 31,0 Prozent.

Noch deutlicher wird die Präferenz zugunsten der CDU unter den regelmäßigen Gottesdienstbesuchern. Die Partei kam auf 60 Prozent der Stimmen von Katholiken, die jede Woche in die Kirche gehen, erzielte aber auch 40 Prozent bei den ständigen evangelischen Kirchgängern.

SPD bei Protestanten vorn

Die Daten, die aus einer Befragung von mehr als 16.800 Wählerinnen und Wählern am Wahltag stammen, zeigen zudem, dass die SPD unter dem bisherigen Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer bei evangelischen Christen mit 31 Prozent ihren Spitzenplatz verteidigte. Die Partei konnte aber nur 24 Prozent der katholischen und 23 Prozent der konfessionslosen Wähler für sich gewinnen. Sowohl Amtsinhaber Schweitzer als auch sein erfolgreicher Herausforderer Schnieder sind katholisch. Während Schnieder aus der stärker katholisch geprägten Eifelregion stammt, ist Schweitzer in der konfessionell gemischten Südpfalz beheimatet.

Für die AfD stimmten 17 Prozent der Katholiken, 20 Prozent der Protestanten und 22 Prozent der Konfessionslosen. Unter den praktizierenden Christen ist der Anteil ihrer Anhänger so hoch wie im Durchschnitt. Grüne und Linke konnten vor allem bei der Gruppe der Konfessionslosen punkten. So setzten 12 Prozent der Wählerinnen und Wähler ohne Religionszugehörigkeit ihr Kreuz bei den Grünen, aber nur 6 Prozent der Katholiken und 7 Prozent der Protestanten.

Mainzer Ampel-Regierung klar abgewählt

Bei der Landtagswahl am Sonntag wurde die rheinland-pfälzische CDU erstmals nach 35 Jahren wieder stärkste politische Kraft im Land. Die bisherige Ampel-Regierung aus SPD, Grünen und FDP wurde deutlich abgewählt, da insbesondere SPD und FDP starke Verluste hinnehmen mussten und die FDP klar an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte. Die AfD konnte ihren Stimmenanteil auf 19,5 Prozent mehr als verdoppeln und verbuchte das bislang beste Ergebnis bei einer Landtagswahl in Westdeutschland.

Vor der Landtagswahl hatten die beiden großen Kirche eine Kampagne gestartet, in der sie dazu aufriefen, das Wahlrecht wahrzunehmen und extremistischen Tendenzen entgegenzutreten. Die hessen-nassauische Kirchenpräsidentin Christiane Tietz erklärte zum Wahlausgang, dass die große Mehrheit der abgegebenen Stimmen „ein starkes Zeichen für demokratische Grundwerte und Mitmenschlichkeit“ gesetzt habe.