Berlin, Santiago (epd). Tausende Menschen haben in mehreren Städten Chiles gegen die Umweltpolitik der neuen ultrarechten Regierung unter Präsident José Antonio Kast demonstriert. In der Hauptstadt Santiago füllte sich die zentrale Allee am Sonntag (Ortszeit) mit Demonstrantinnen und Demonstranten, die Plakate mit selbst gemalten Humboldt-Pinguinen und Walen in die Luft hielten, berichtete der Radiosender Cooperativa.
In dem südamerikanischen Land gehen alljährlich zum Weltwassertag am 22. März Menschen für mehr Umweltschutz auf die Straße. Grund für den großen Zulauf in diesem Jahr war die Ankündigung der Regierung, 43 Präsidialdekrete zum Schutz der Umwelt, die kurz vor der Veröffentlichung standen, wieder zurückzuziehen. Zu den noch unter der Vorgängerregierung des linken Politikers Gabriel Boric ausgearbeiteten Dekreten zählt auch eines zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Humboldt-Pinguine.
Weitere Proteste angekündigt
„Die neue Regierung gefährdet den Schutz der Biodiversität und der Ökosysteme, aber schlussendlich vor allem die Gesundheit der Bevölkerung“, sagte die Sprecherin der Bewegung für Wasser und die Territorien, Camila Zarate dem Sender Cooperativa und kündigte weitere Proteste an.
Kast regiert Chile seit dem 11. März. Im Wahlkampf versprach er, das Land mit neoliberalen Reformen, einer harten Migrationspolitik und einer rechten Kulturpolitik „wieder aufzubauen“. Der Zeitung „La Tercera“ sagte Kast, es sei möglich, die wirtschaftliche Entwicklung zu fördern und die Umwelt zu schützen.
Bergbauprojekt gefährdet Pinguine
Der Humboldt-Pinguin ist stark gefährdet. In der Nähe des Hauptbrutgebiets in Chile, dem Humboldt-Archipel, versucht ein Bergbauunternehmen seit mehreren Jahrzehnten, Kupfer und weitere Metalle zu fördern und über einen eigens gebauten Hafen zu exportieren. Unter dem 2022 bis 2026 regierenden Ex-Präsidenten Boric wurde das Projekt vorerst gestoppt. Nun erwägt Kast, das Projekt wieder aufleben zu lassen.



