Gutachten: 65-Prozent-Quote beim Heizungstausch muss bleiben

Gutachten: 65-Prozent-Quote beim Heizungstausch muss bleiben
Die Grünen fordern, die Grundregel für erneuerbare Energien beim Heizungstausch beizubehalten. Klimaschutz und Sozialverträglichkeit seien keine Gegensätze.

Berlin (epd). Die Grünen warnen vor einem Aufweichen der Heizungsregeln durch die Bundesregierung. Ein am Freitag vorgelegtes Gutachten des Freiburger Öko-Instituts im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion kommt zu dem Ergebnis, dass die Klimaziele bis 2030 im Gebäudebereich mit den geplanten Gesetzesänderungen drastisch verfehlt werden. Pro Jahr dürften demnach fünf bis acht Millionen Tonnen CO2-Äquivalente zu viel ausgestoßen werden.

Das Gutachten empfiehlt, an der 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien beim Heizungstausch festzuhalten. Diese Regelung im Gebäudeenergiegesetz (GEG) sei „Grundvoraussetzung“ dafür, dass die gesetzlichen Klimaziele im Gebäudesektor überhaupt in Reichweite seien. Ende Februar hatte die Bundesregierung angekündigt, die Quote zu streichen. Neue Öl- und Gasheizungen sollen erlaubt bleiben, aber mit einem zunehmenden Anteil an Grüngas betrieben werden.

#Fossile Energien als Kostenfalle

„Fossile Energien schicken Menschen in eine Heizkostenfalle“, kritisierte die Grünen-Klimasprecherin Lisa Badum bei der Vorstellung des Gutachtens in Berlin. Der Betrieb von Öl- und Gasheizungen werde in den kommenden Jahren immer teurer werden. „Der wirksamste Schutz gegen steigende Preise sind massive Investitionen in erneuerbare Energien und mehr Energieeffizienz“, so Badum. Im Zuge des Nahostkriegs gebe es ein Momentum für die Regierung, ihren Kurs zu korrigieren. Für die Akzeptanz der Wärmewende seien jedoch Unterstützungsangebote entscheidend.

Laut dem Papier könnten sich drei bis sechs Millionen Haushalte die Transformation nicht aus eigener Kraft leisten. Das Gutachten empfiehlt als Maßnahmen: nach Einkommen gestaffelte Förderprogramme, eine Stärkung des Mieterschutzes und staatliche Mindestvorgaben für Energieeffizienz. Badum wünscht sich eine verbindliche Zusage von der Bundesregierung, dass die Fördermittel etwa für Wärmepumpen in voller Höhe bestehen bleiben.

Laut Projektionsdaten des Umweltbundesamts sind die Emissionen im Gebäudesektor 2025 um 3,4 Prozent gestiegen. Der Bereich verfehlt seit Jahren die gesetzlichen Klimaziele. Auch eine EU-Richtlinie verpflichtet Deutschland, seine Klimaziele im Gebäudebereich einzuhalten.