Studie zeigt "verfestigtes" rassistisches Denken in Deutschland

Studie zeigt "verfestigtes" rassistisches Denken in Deutschland
Viele Menschen in Deutschland teilen rassistische und biologistische Vorurteile über bestimmte Gruppen, wie eine Studie zeigt. Das Forschungsteam spricht von einer hartnäckigen Verfestigung solcher Einstellungen.

Berlin (epd). Viele Menschen in Deutschland glauben einer Umfrage zufolge an vermeintlich naturgegebene Unterschiede zwischen verschiedenen Ethnien und Kulturen. So stimmten zwei von drei Befragten der Aussage zu, dass bestimmte Kulturen „fortschrittlicher und besser“ seien als andere, wie aus der am Donnerstag vorgestellten Erhebung des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) hervorgeht. Knapp die Hälfte vertrat die Ansicht, dass gewisse Gruppen „von Natur aus fleißiger“ seien als andere.

Es ergebe sich das Bild einer „sehr hartnäckigen Verfestigung“ solcher Einstellungen, sagte bei der Vorstellung Frank Kalter, der Direktor des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM), das die Studie durchgeführt hatte. Die Umfrage zeige auch, dass rassistische Diskriminierung für viele Menschen Alltag sei. Allerdings werde das Thema Rassismus und Diskriminierung in der politischen Debatte „vermehrt wegrelativiert“, kritisierte er.

Ataman: Regierung muss „klare Kante“ zeigen

Die unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, forderte die Regierung zum Handeln auf. Es brauche „eine Bundesregierung, die klare Kante zeigt und das Thema anpackt“, sagte sie auf der Pressekonferenz in Berlin.

Für die Studie wurden von Oktober 2025 bis Januar 2026 rund 8.200 Menschen mithilfe eines Online-Tools befragt. Sie ist Teil des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors (NaDiRa). Dieses langfristig angelegte Forschungsprojekt erhebt und analysiert im Auftrag der Bundesregierung Daten zur Situation von Menschen, die von rassistischen Zuschreibungen betroffen sind.