Krankenhausgesellschaft: Ein Drittel von Insolvenz bedroht

Krankenhausgesellschaft: Ein Drittel von Insolvenz bedroht
Die Krankenhausgesellschaft und der Landkreistag werben dafür, die finanzielle Unterstützung des Bundes für Kliniken zu verlängern. Zurzeit sei ein Drittel der Häuser von Insolvenz bedroht, erläutert DKG-Vorstandsvorsitzender Gerald Gaß.

Düsseldorf (epd). Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Deutsche Landkreistag warnen vor der aktuellen Lage der Kliniken in Deutschland. „Die Lage ist ernst“, sagte der DKG-Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Donnerstag). „Aktuell schreiben 80 Prozent der Kliniken rote Zahlen.“ Rund ein Drittel der Häuser sei von Insolvenz bedroht, 16 Prozent seien stark insolvenzgefährdet und weitere 21 Prozent gefährdet. „Freigemeinnützige Häuser machen ein Drittel der Träger aus, aber zwei Drittel der Insolvenzen“, erläuterte er.

Der Präsident des Deutschen Landkreistags, Achim Brötel (CDU), unterstrich diese Beobachtung: Freigemeinnützige und kirchliche Träger seien besonders betroffen. „Auch den kommunalen Krankenhäusern geht es richtig schlecht, weil wir als Träger einen Defizitausgleich in der momentan erforderlichen Höhe schlicht nicht mehr leisten können“, sagte er der Zeitung. Die Landkreise hätten allein von 2023 bis 2025 insgesamt 25 Milliarden Euro aufgebracht, um die Verluste ihrer Kliniken auszugleichen. „Dabei steht uns das Wasser selbst bis zum Hals“, betonte Brötel.

Warnung vor „kaltem Strukturwandel“

Gaß und Brötel forderten von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU), die im November auslaufenden finanziellen Hilfen für Kliniken zu verlängern. Es gehe um vier Milliarden Euro, die der Bund den Krankenhäusern zur Stabilisierung der finanziellen Lage seit November 2025 gewährt habe, erläuterte Gaß. Landkreistagschef Brötel ergänzte: „Man kann eine Branche nicht transformieren und zugleich die Mittel kürzen.“ Das sei sonst nichts anderes als ein „kalter Strukturwandel“. „Wir dürfen jetzt nicht zulassen, dass etwas kaputt gemacht wird, was wir morgen schmerzlich vermissen“, betonte er.