Außenminister: Russland stoppt Rekrutierung von Kenianern

Außenminister: Russland stoppt Rekrutierung von Kenianern
Zuletzt häuften sich die Berichte über tote oder verwundete Kenianer im Ukraine-Krieg. Laut dem Außenminister des ostafrikanischen Landes sollen in Zukunft keine kenianischen Söldner mehr in der Ukraine eingesetzt werden.

Nairobi, Moskau (epd). Russland wird laut dem kenianischen Außenminister Musalia Mudavadi keine Kenianer mehr für die Armee rekrutieren. Die beiden Länder hätten sich darauf geeinigt, dass Russland keine kenianischen Staatsangehörigen mehr an der Front im Krieg gegen die Ukraine einsetze, sagte Mudavadi am Montag bei einer Pressekonferenz mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow in Moskau.

Mudavadi war unter anderem nach Russland gereist, um die Heimkehr von Kenianern, die für Russland im Ukraine-Krieg gekämpft hatten, zu vermitteln. Der russische Außenminister Lawrow sagte, dass die bisherigen Rekruten sich freiwillig gemeldet hätten. Beiden Außenminister betonten in der auf der Internetplattform X übertragenen Pressekonferenz die guten Beziehungen zwischen den Ländern und das Ziel, Arbeitsmöglichkeiten für Kenianer in Russland zu schaffen.

Rekruten aus mehreren afrikanischen Ländern

Laut einem Bericht des kenianischen Geheimdienstes NIS sind seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine etwa 1.000 Kenianer von Russland für den Krieg rekrutiert worden. Die Botschaft des ostafrikanischen Landes in Moskau bezifferte die Zahl der an der Front eingesetzten Kenianer laut Medienberichten zuletzt auf 250.

Auch aus anderen afrikanischen Ländern sind Söldner für Russland im Einsatz. Die Initiative „All Eyes on Wagner“, die Listen des ukrainischen Militärs ausgewertet hat, beziffert ihre Zahl für den Zeitraum von 2023 bis 2025 auf 1.417. Die Dunkelziffer ist sehr wahrscheinlich höher. Laut Menschenrechtlern werden die Männer teils mit dem Versprechen auf zivile Jobs sowie hohe Gehälter gelockt und dann in den Dienst an der Front gezwungen.

Seit Beginn des Jahres häufen sich in Kenia Berichte über Männer, die an der Front in der Ukraine getötet oder verletzt wurden. Die Behörden haben daraufhin mehrere Vermittlungsagenturen geschlossen und einen der Vermittler vor Gericht angeklagt.