Berlin (epd). Der ehemalige SPD-Chef Franz Müntefering hat eigenen Worten zufolge keine Angst vor dem Tod. „Ich will nicht sterben. Aber ich weiß, dass das irgendwann kommt“, sagte der 86-Jährige der „Bild“-Zeitung (Donnerstag). „Und wenn es kommt, dann kann man nichts mehr machen“, fügte er hinzu.
Zugleich betonte er, weiter Freude am Leben zu haben und sein hohes Alter der Medizin zu verdanken. „Mir gefällt das Leben zu gut, ich möchte noch was davon haben“, sagte der ehemalige Bundesminister und Vizekanzler, der sich mehrfach Herzoperationen unterziehen musste: „Ohne Medizin wäre ich längst weg. Das sind tolle Künstler, die Ärzte.“
Nach einigen Untersuchungen in der Reha hätten die Fachleute ihm gesagt: „Also neun Jahre hast du auf jeden Fall. Gut, dann bin ich 95, da wollen wir mal weiterschauen, ob wir noch bis 100 machen oder so.“
Frühsport im Badezimmer
Er versuche, aktiv zu bleiben, und mache Frühsport im Badezimmer. Unter anderem gehörten Kniebeugen zu seinem Fitnessprogramm.
Müntefering, der nach eigenem Bekunden seinen Glauben verloren hat und aus der katholischen Kirche ausgetreten ist, hatte vor einigen Tagen im „Handelsblatt“ Senioren-Seminare vorgeschlagen, zu denen die Kommunen einladen sollte. Es wäre aus seiner Sicht vernünftig, ältere Menschen zu Kursen einzuladen, in denen sie lernen, sich fit zu halten und sich gut zu ernähren, auch um die Pflegekassen zu entlasten.



