Digitalminister: KI-getriebenes Wachstum in Deutschland notwendig

Digitalminister: KI-getriebenes Wachstum in Deutschland notwendig
Ablehnung stoppe Künstliche Intelligenz nicht. "Sie garantiert nur, dass andere die Kontrolle übernehmen", sagt Digitalminister Wildberger voraus.

Frankfurt a.M. (epd). Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) dringt darauf, durch Künstliche Intelligenz (KI) getriebenes Wachstum im Inland zu verankern. Das sei eine wirtschaftliche Notwendigkeit, schreibt Wildberger in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“. Für jede Gesellschaft müsse Priorität haben, auf eigenen technologischen Stärken aufzubauen, statt sich in Abhängigkeit zu begeben.

Schon in diesem Jahr werde KI den Arbeitsmarkt spürbar verändern. „Code entsteht zum großen Teil maschinell, intelligente Agenten übernehmen den Kundenservice, juristische Routinearbeit wird von Algorithmen erledigt“, nennt der Minister als Beispiele. Das sei kein harter Bruch, aber eine beschleunigte Verschiebung.

Wildberger wünscht sich Deutschland als Vorreiter

Wildberger nannte als Ziel eine KI, deren Sicherheit nicht nachträglich aufgesetzt wird, „sondern in die Architektur eingebaut ist, die widerstandsfähig gegenüber fehlgeleiteten Zielen ist“. Deutschland könne zum Vorreiter einer verantwortungsvollen staatlichen KI-Nutzung werden, die Vertrauen in öffentliche Institutionen und demokratische Prozesse schützt und stärkt. Das unterscheide sich bewusst von den Ansätzen der Vereinigten Staaten und Chinas.

„Ablehnung stoppt KI nicht. Sie garantiert nur, dass andere die Kontrolle übernehmen“, schreibt der Minister. Wer dem derzeitigen Unbehagen entkommen wolle, „indem er KI unkritisch umarmt, übersieht die Risiken“. Wer dem Unbehagen entkommen wolle, indem er KI ablehnt, werde feststellen: „Diese Technologie wartet nicht auf Zustimmung. Sie schreitet ohnehin voran - gebaut von anderen, geprägt von den Werten anderer, eingesetzt zu den Bedingungen anderer.“