Republikanische US-Gouverneurin wandelt Todesurteil um

Republikanische US-Gouverneurin wandelt Todesurteil um
Die Gouverneurin von Alabama hat in einem umstrittenen Fall die Todesstrafe in lebenslängliche Haft umgewandelt. Der Mann war wegen Teilnahme an einem Raubmord vor 35 Jahren verurteilt worden.

Washington (epd). Die republikanische Gouverneurin des US-Bundesstaates Alabama, Kay Ivey, hat laut Medienberichten am Dienstag (Ortszeit) das Todesurteil gegen einen 75-jährigen Straftäter zu lebenslanger Haft ohne Bewährungsmöglichkeit umgewandelt. Der wegen Teilnahme an einem Raubmord verurteilte Charles Burton sollte am Donnerstag hingerichtet werden. Die Todesstrafe sei eine gerechte Strafe für die schlimmsten Täter, betonte Ivey. Doch sie müsse „fair und verhältnismäßig“ verhängt werden. Burton habe das Opfer nicht erschossen.

Burton hatte 1991 mit mehreren Komplizen einen Autozubehörladen überfallen. Als einer der Mittäter, Derrick DeBruce, einen Kunden erschoss, befand sich Burton angeblich nicht mehr im Laden. Todesurteile können in Alabama gegen Teilnehmende an einem Verbrechen mit Todesfolge verhängt werden, auch wenn sie nicht selbst getötet haben. DeBruces Todesurteil wurde bei der Berufung zu lebenslänglich umgewandelt, Burtons nicht. DeBruce starb in Haft, weitere Täter erhielten Haftstrafen.

Tochter des Opfers protestierte gegen Hinrichtung

Tausende hatten eine Gnadenpetition für Burton unterzeichnet. Auch die Tochter des Mordopfers protestierte in einem Beitrag in einer Lokalzeitung in Alabama gegen die Hinrichtung. Der Staat habe ihr nicht erklärt, warum Alabama „einen Mann hinrichten muss, der meinen Vater nicht getötet hat“.

Die Gouverneurin Ivey hat in ihrer Amtszeit seit 2017 mehr als 20 Hinrichtungsbefehle unterzeichnet und vor dem Fall Burton nur ein Mal Gnade walten lassen. In Alabama werden Hinrichtungen durch erzwungenes Einatmen von Stickstoff vollstreckt. Burton ist nach Angaben seiner Unterstützergruppe krank und auf einen Rollstuhl angewiesen.