München (epd). In Deutschland sind im vergangenen Jahr nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mindestens 393 Menschen in Gewässern ertrunken. Das sind 18 Todesfälle weniger als im Jahr 2024, wie Vertreter der DLRG am Dienstag in München erläuterten. Dieser Rückgang sei jedoch „kein Grund erleichtert zu sein“, sagte DLRG-Präsidentin Ute Vogt. Zu vermuten sei, dass das teils wenig sommerliche Wetter im Jahr 2025 dazu beigetragen habe, dass weniger Menschen ertrunken seien.
Die meisten Badeunfälle geschahen den Angaben zufolge im Juni. „Wäre es in der folgenden Hauptferienzeit weiterhin so sonnig und heiß geblieben, hätten wir wohl erneut einen Anstieg der Opferzahl vermelden müssen“, sagte Vogt. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der tödlichen Unfälle ereignete sich während der Badesaison von Anfang Mai bis Ende August. „Viele Fälle wären vermeidbar gewesen, wenn die Menschen ihre eigenen Fähigkeiten oder das Gewässer besser eingeschätzt hätten“, mahnte die DLRG-Präsidentin.
Anzahl junger Opfer gestiegen
Die meisten Opfer im Jahr 2025 waren älter als 60 Jahre: 138 Personen wurden in dieser Altersgruppe statistisch erfasst. Das entspricht 42 Prozent aller Opfer, bei denen das Alter bekannt ist. Einen Anstieg um jeweils elf Todesfälle im Vergleich zu 2024 gab es bei den 11- bis 20-Jährigen (25 Tote) sowie bei den 21- bis 30-Jährigen (48 Tote). In der Altersgruppe der 31- bis 60-Jährigen zählte die DLRG insgesamt 108 Todesfälle.
Die DLRG-Präsidentin sprach von besorgniserregenden Zahlen, insbesondere bei den Jugendlichen. Unter den 73 Opfern bei den 11- bis 30-Jährigen sei nur eine Person weiblich gewesen. „Gerade unter männlichen Jugendlichen und jungen Männern sind Übermut und Selbstüberschätzung weit verbreitet und ebenso wie der Konsum von Alkohol mitursächlich für tragische Unfälle.“


