Prien: Bei Frauenrechten in Deutschland noch "Luft nach oben"

Prien: Bei Frauenrechten in Deutschland noch "Luft nach oben"
Anlässlich des Weltfrauentags hat Familienministerin Prien mehr Anstrengungen für die Gleichberechtigung gefordert. Gleichberechtigte Teilhabe im Arbeitsleben sei auch eine Frage der wirtschaftlichen Zukunftsfähigkeit.

Düsseldorf (epd). Deutschland hat laut Bundesfrauenministerin Karin Prien (CDU) bei Frauenrechten Nachholbedarf. Im weltweiten Vergleich stehe Deutschland „ganz ordentlich da“, es sei aber „durchaus noch Luft nach oben“, sagte Prien der „Rheinischen Post“ (Sonntag) anlässlich des Internationalen Frauentages am Sonntag (8. März). Als Beispiel nannte sie die Besetzung von Vorständen und besonders Führungspositionen. „Die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch der wirtschaftlichen Zukunftsfähigkeit.“ Zum Internationalen Frauentag gehen Frauen weltweit für ihre Rechte auf die Straße.

Vielerorts sei ein Erstarken autoritärer Bewegungen zu erleben, die Frauen subtil oder ganz offen abwerteten mit dem Ziel, sie aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen, sagte Prien weiter. „Viel zu oft ist der Zugang für Frauen zu Recht und Gesetz voller Hürden“, sagte Prien, die zum Weltfrauentag bei einer Veranstaltung der UN-Frauenrechtskommission in New York sprechen sollte. Sie blicke mit Sorge und etwas Zuversicht auf die Frauen im Iran. Die Frauen dort seien „unfassbar mutig“. Ohne sie hätte es keinen der Aufstände der letzten Jahre gegeben.

Diskriminierung von Frauen durch Künstliche Intelligenz

Die Familienministerin warnte auch vor einer Diskriminierung durch Künstliche Intelligenz. KI werde mit Internetdaten trainiert und übernehme darin enthaltene Vorurteile, sagte Prien den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag). Als Beispiel nannte sie die Vorauswahl von Bewerbungen durch KI-gestützte Systeme. „Wenn in der Vergangenheit überwiegend Männer in bestimmten Positionen eingestellt oder befördert wurden, lernt die KI solche Muster.“ Prien forderte klare Standards für Transparenz bei Trainingsdaten.