Nepal wählt neues Parlament

Nepal wählt neues Parlament
In Nepal wird am Donnerstag ein neues Parlament gewählt. Nach landesweiten Protesten gilt der Urnengang als entscheidend für die Zukunft des Landes.

Mumbai, Kathmandu (epd). Rund ein halbes Jahr nach landesweiten Protesten und dem Rücktritt der Regierung wird in Nepal am Donnerstag ein neues Parlament gewählt. Knapp 19 Millionen Menschen - darunter etwa 800.000 Erstwähler - sind zur Stimmabgabe aufgerufen. Zu vergeben sind 275 Mandate, von denen 165 direkt gewählt werden. Mehr als 3.400 Kandierende treten an, über 1.000 von ihnen sind jünger als 40 Jahre. Der Frauenanteil ist jedoch gering.

Die Wahl folgt auf den politischen Umbruch im Herbst 2025. Auslöser waren Massenproteste junger Menschen gegen Korruption, Zensur und politische Vetternwirtschaft. Nachdem die Regierung angekündigt hatte, soziale Netzwerke zu blockieren, eskalierte die Lage. Sicherheitskräfte gingen hart gegen Demonstrierende vor. Insgesamt kamen 77 Menschen ums Leben. Der damalige Ministerpräsident Khadga Prasad Sharma Oli (74) von der Kommunistischen Partei Nepals trat zurück.

Übergangsregierung hat Wahl vorbereitet

Die nun anstehende Wahl wurde von einer Übergangsregierung unter Leitung der früheren Obersten Richterin Sushila Karki vorbereitet. Sie sprach von der Wahl als „entscheidendem Moment“ für die Zukunft des Landes.

Der Urnengang wird auch zeigen, ob sich die Forderungen der Protestbewegung in der Politik niederschlagen. Die junge Nationale Unabhängigkeitspartei (RSP) konkurriert mit dem traditionsreichen Nepali Congress (NC). Als aussichtsreicher Kandidat des NC gilt Gagan Thapa (49). Spitzenkandidat der RSP ist der populäre Bürgermeister der Hauptstadt Kathmandu, Balen Shah (35). Für seine Bewerbung legte er sein Amt nieder und trat der Partei bei. Die Kommunistische Partei liegt Umfragen zufolge zurück.

Jugendarbeitslosigkeit und Korruption

Der Himalaja-Staat steht vor großen Herausforderungen. Es herrscht eine hohe Jugendarbeitslosigkeit und Korruption ist weitverbreitet. Zudem ist die Wirtschaft stark abhängig von sogenannten Rücküberweisungen, also Geld, das nepalesische Arbeitsmigranten etwa aus den Golfstaaten in ihre Heimat transferieren. Diese sind auch durch die aktuelle Krise im Nahen Osten gefährdet.