UN-Mission: Dutzende Tote durch Gewalt von Milizen im Südsudan

UN-Mission: Dutzende Tote durch Gewalt von Milizen im Südsudan
An der Grenze zum Sudan haben südsudanesische Milizen Menschen zur Flucht getrieben und getötet.

Nairobi, Juba (epd). Die Gewalt im Südsudan nimmt nach UN-Angaben weiter zu. Bei Angriffen von Milizen seien an der Grenze zum Sudan seit Freitag zahlreiche Zivilistinnen und Zivilisten sowie lokale Beamte getötet worden, erklärte die UN-Mission im Südsudan (UNMISS) am Sonntagabend. Die bewaffneten Gruppen hätten unter anderem die Verwaltung der Region Abiemnom angegriffen. Mehr als 1.000 Menschen hätten bei einem Camp der UN-Truppen in der Region Zuflucht gesucht. Auch Verletzte werden dort behandelt.

Bei einer Sitzung des UN-Menschenrechtsrates in Genf am Freitag hatte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, zu einer sofortigen Waffenruhe aufgerufen. Die „vergessene Krise“ im Südsudan habe sich in den vergangenen drei Monaten extrem verschärft. Allein im Januar seien mindestens 189 Menschen bei Angriffen auf Dörfer getötet worden, sagte Türk.

Südsudan kommt seit Unabhängigkeit 2011 nicht zur Ruhe

Der Südsudan ist das jüngste Land Afrikas und erlangte 2011 die Unabhängigkeit vom Sudan. Danach eskalierten politische Konflikte zu einem Bürgerkrieg, der 2018 mit einem Kompromiss und einer gemeinsamen Regierung von Präsident Salva Kiir und Riek Machar als Vizepräsident endete. Die beiden Politiker hatten im Bürgerkrieg verfeindete Lager angeführt.

Die seither geschlossenen Friedensabkommen wurden wiederholt gebrochen. Nach seiner vorläufigen Amtsenthebung muss sich Machar vor Gericht verantworten. Ihm und sieben anderen Angeklagten werden Verrat, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Mord vorgeworfen.