Rom, Genf (epd). Vertreter des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) haben Papst Leo XIV. in Rom getroffen und eine stärkere gemeinsame Stimme der Kirchen in globalen Krisen angemahnt. Das Treffen habe am Samstag stattgefunden, wie der Vatikan und der Weltkirchenrat am Samstagabend mitteilten. Angesichts von Kriegen und Konflikten, darunter auch im Nahen Osten, sollten christliche Führungspersönlichkeiten enger zusammenstehen und sich klar zu Wort melden, hieß es nach dem Gespräch laut Mitteilung des Weltkirchenrats.
Der Vorsitzende des Weltkirchenrats, Heinrich Bedford-Strohm, sagte, ob es um aggressive Invasionen, die Verfolgung von Migranten oder die Niederschlagung ganzer Bevölkerungsgruppen gehe, die Kirchen müssten die Stimme erheben. „Es war ermutigend, dass wir gemeinsam der Welt das Zeugnis der Liebe und Empathie geben in einer Zeit, in der Teilung und Gewalt zu triumphieren scheinen.“
Gemeinsame Verantwortung kirchlicher Leitungen
Auch ÖRK-Generalsekretär Jerry Pillay betonte die Verantwortung kirchlicher Leitungen. Man sei sich einig gewesen, dass die christliche Botschaft besser verbreitet und gestärkt würde, wenn christliche Führungspersönlichkeiten zusammenstünden, sagte er. In dem Gespräch seien die anhaltenden Kriege, Konflikte und Gewalttaten zur Sprache gekommen. Papst Leo XIV. habe die Notwendigkeit sichtbarer christlicher Einheit bekräftigt und seine Sorge über die zahlreichen Konflikte weltweit geäußert.
Als ökumenische Gemeinschaft von Kirchen, die 1948 gegründet wurde, vereint der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) heute 356 protestantische, orthodoxe, anglikanische und weitere Kirchen, die mehr als 580 Millionen Christinnen und Christen in über 120 Ländern repräsentieren. Die katholische Kirche ist zwar nicht Mitglied des Rats, aber arbeitet mit dem ÖRK zusammen.


