Gesundheitsinstitut: Frühe HPV-Impfung kann Krebs verhindern

Gesundheitsinstitut: Frühe HPV-Impfung kann Krebs verhindern
HPV-Infektionen verlaufen oft unbemerkt und harmlos, können aber Krebs auslösen. Eine HPV-Impfung im Kindesalter könne das verhindern, betont die Gesundheitsbehörde des Bunds.

Köln (epd). Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) hat auf die Bedeutung einer frühen Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) hingewiesen. HPV-Infektionen blieben zwar meist unbemerkt und heilten oft von selbst ab, könnten jedoch schwerwiegende Folgen haben, teilte das Institut am Donnerstag in Köln mit. So erkrankten nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts jedes Jahr mehr als 10.000 Menschen an Krebs infolge einer HPV-Infektion. Eine Impfung im Kindes- und Jugendalter könne eine spätere Infektion mit den meisten HPV-Typen verhindern, die über Vorstufen zu Krebs führen können.

HPV gilt den Angaben zufolge als Auslöser verschiedener Krebsarten. Neben Gebärmutterhalskrebs könnten die Viren auch Tumore im Mund- und Rachenraum sowie im Analbereich oder an den Genitalien verursachen. Weitergegeben werden die Humanen Papillomviren meist von Mensch zu Mensch über winzige Haut- oder Schleimhautrisse, über die die Viren in den Körper eindringen können.

Bisher niedrige Impfquote gegen HPV

Deshalb sei eine frühe Impfung sinnvoll, die vor den ersten sexuellen Kontakten erfolgt, so das Bundesinstitut. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfehle die Impfung für Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren. Bisher sei die HPV-Impfquote in Deutschland aber noch niedrig, hieß es. Laut Robert Koch-Institut hatten im Jahr 2024 nur gut die Hälfte (55 Prozent) der 15-jährigen Mädchen und gut ein Drittel (36 Prozent) der 15-jährigen Jungen einen vollständigen Impfschutz.

Auch für geimpfte Frauen sei es allerdings wichtig, regelmäßig zur Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs zu gehen, betonte das BIÖG. Denn eine Infektion mit anderen HPV-Typen, die nicht von der Impfung abgedeckt werden, sei weiter möglich.