Gütersloh (epd). Das Thema Nachhaltigkeit nimmt in deutschen Unternehmen laut einer Studie an Bedeutung ab. Bei 59 Prozent der im Herbst 2025 befragten Firmen aus Real- und Finanzwirtschaft verliere Nachhaltigkeit intern an Priorität, teilte die Bertelsmann Stiftung bei der Veröffentlichung der Untersuchung am Donnerstag in Gütersloh mit. Im Vorjahr hätten dies nur 14 Prozent der Unternehmen angegeben.
Von der Tagesordnung der Firmen sei die Transformation zu mehr Nachhaltigkeit jedoch nicht verschwunden, hieß es weiter. Der Anteil der Unternehmen und Banken, die ihre Treibhausgasemissionen erfassen, sei auf 86 Prozent gestiegen. 59 Prozent der Firmen haben demnach selbstgesteckte Klimaziele, ein Anstieg um sechs Prozentpunkte. Bei den Banken wuchs der Anteil sogar von 46 auf 65 Prozent.
Als stärkste Treiber für die Nachhaltigkeitstransformation nennen 62 Prozent der Befragten laut der Studie zukünftige Arbeitnehmer, gefolgt von der Geschäftsführung mit 59 Prozent und der „jungen Generation“ (53). Die Werte seien jedoch durchweg gesunken, insbesondere bei Arbeitnehmern und jungen Leuten um jeweils zwölf Prozentpunkte.
Unsichere politische Rahmenbedingungen als Hemmnis für Nachhaltigkeit
Größter Verlierer unter den Treibern ist mit nur noch 34 Prozent der Nennungen die Politik, wie es hieß. Damit habe sich der Wert binnen eines Jahres halbiert. Unsichere politische und regulatorische Rahmenbedingungen werden von nunmehr 57 Prozent der Unternehmen als Hemmnis für den Übergang zu Nachhaltigkeit empfunden.
Für den „Sustainabililty Transformation Monitor 2026“ wurden den Angaben zufolge von September bis November vergangenen Jahres 822 Unternehmen online befragt. Die Untersuchung ist eine Kooperation der Bertelsmann Stiftung mit der Stiftung Mercator, der Universität Hamburg und der Peer School für Sustainable Development.


