Trauergottesdienst für Rita Süssmuth in Berlin

Trauergottesdienst für Rita Süssmuth in Berlin
Das politische Berlin hat am Dienstag Abschied von der CDU-Politikerin und langjährigen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth genommen. Den Auftakt machte ein Trauergottesdienst, zu dem viele Weggefährten kamen.

Berlin (epd). Bei einem Trauergottesdienst in Berlin haben politische Weggefährten am Dienstag Abschied von der früheren Bundestagspräsidentin und Bundesministerin Rita Süssmuth (CDU) genommen. Der katholische Prälat Karl Jüsten erinnerte in seiner Predigt an Süssmuths Einsatz „bis zuletzt für Gleichberechtigung, besonders für Parität in den Parlamenten“. Er hob zudem ihr Engagement gegen Aids, für Migranten, gegen Rassismus, für soziale Gerechtigkeit und auch besonders für die Stabilität der Demokratie hervor. „Nehmen wir ihr Erbe an“, sagte Jüsten.

Zum Requiem in der St. Hedwigs-Kathedrale waren die Spitzen des Staates, darunter Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und Bundeskanzler Friedrich Merz (beide CDU) gekommen. Neben Mitgliedern des Bundeskabinetts, Ministerpräsidenten und zahlreichen Abgeordneten nahmen auch Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) und Altkanzler Olaf Scholz (SPD) an dem Gottesdienst teil.

Im Anschluss Staatsakt im Bundestag

Im Anschluss sollte es einen Trauerstaatsakt im Bundestag geben, bei dem neben Parlamentspräsidentin Klöckner und Regierungschef Merz auf Wunsch der Verstorbenen der Journalist und Autor Heribert Prantl als Redner vorgesehen war. Süssmuth war am 1. Februar im Alter von 88 Jahren gestorben. Sie war von 1988 bis 1998 Bundestagspräsidentin, zuvor Bundesministerin für Familie, Gesundheit und Frauen. Die Katholikin, die sich auch im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) engagierte, setzte sich insbesondere für die Gleichberechtigung von Frauen ein.

Jüsten sagte, vielleicht habe ein Grund für Süssmuths besondere Persönlichkeit auch in ihrer tiefen Verwurzelung im christlichen Glauben gelegen. Sie hätte wohl auch empfohlen, „die Liebe als das entscheidende Prinzip für eine gesellschaftliche und soziale Ordnung, als Leitmotiv für individuelles und kollektives Handeln zu verstehen“, sagte der Leiter des Katholischen Büros in Berlin.