Hannover, Hamburg (epd). Zum vierten Jahrestag der Vollinvasion russischer Truppen in die Ukraine hat die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs, zum anhaltenden Beistand für die Menschen in dem Land aufgerufen und vor einem Nachlassen der Solidarität gewarnt. „Vier Jahre Krieg haben unzählige Menschenleben gekostet und sich schwer auf die Seelen von Ukrainerinnen und Ukrainern gelegt“, erklärte die Hamburger Bischöfin am Montag: „Nach vier langen Kriegsjahren braucht es eine kollektive Kraftanstrengung, dem drohenden Gefühl von Resignation und Hoffnungslosigkeit etwas entgegenzusetzen.“
Fehrs erinnerte an die Menschen, die tagtäglich an der Front um die Freiheit ihres Landes kämpfen, die Frauen, die inzwischen monatelang in zerbombten Städten ohne Licht und Heizung ausharren, die Kinder, die seit Jahren in fremden Ländern versuchen, in ein neues, anderes Leben zu finden. „Sie alle sind erschöpft und bis ins Innerste traumatisiert“, sagte die Bischöfin.
Bleibendes „himmelschreiendes Unrecht“
„Dieser Angriffskrieg bleibt ein himmelschreiendes Unrecht, das wir niemals akzeptieren dürfen. Der russische Diktator könnte das Morden von heute auf morgen beenden, wenn er das wollte - das muss immer wieder deutlich gesagt werden“, mahnte Fehrs: „Wir alle sind herausgefordert, berührbar zu bleiben für das unendliche Leid der Menschen in der Ukraine.“
Es wäre ihr Wunsch, so Fehrs, „dass wir auch vier Jahre nach dem völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine mit wachem Blick hinsehen, was dort passiert, dass wir nicht müde werden, das Unrecht zu benennen, und immer wieder unsere Herzen öffnen in Richtung derer, die kaum noch Hoffnungskraft haben.“ Sie persönlich werde die Hoffnung auf einen Frieden in der Ukraine nicht aufgeben und für ihn beten, „heute, morgen und übermorgen“.


