Erzbischof Bentz: Werden am Umgang mit Betroffenen gemessen

Erzbischof Bentz: Werden am Umgang mit Betroffenen gemessen
Ein Mahnmal für die Opfer und Veröffentlichung einer Studie: Das Erzbistum Paderborn treibt die Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt voran. Zentral ist nach Worten von Erzbischof Bentz die Einbindung der Betroffenen.
20.02.2026
epd
epd-Gespräch: Von Holger Spierig

Paderborn (epd). Bei der Aufarbeitung von Missbrauch im Raum der Kirche ist nach Worten des Paderborner Erzbischofs Udo Markus Bentz die Beteiligung von Betroffenen zentral. „Eines ist sicher: An der Art, wie wir mit den Betroffenen umgehen, wird man uns messen“, sagte Bentz in Paderborn dem Evangelischen Pressedienst (epd). Ebenso wichtig sei es, „wie glaubwürdig das ist, was wir über Aufarbeitung, über Prävention über eine veränderte Kultur in Kirche im Blick auf sexualisierte Gewalt tun“.

Bereits bei seiner Vorstellung als neuer Erzbischof habe er die Aufarbeitung als eines der wesentlichen Anliegen benannt, sagte Bentz. „Wir analysieren konsequent: Wo sind wir unterwegs, wo sind Schwachstellen und was braucht es an weiteren Schritten für die Aufarbeitung?“, erläuterte der Erzbischof. Präventionsangebote seien erweitert und vertieft sowie der Bereich der Intervention ausgebaut worden.

Mahnmal als „wichtiges öffentliches Zeichen“

Das Mahnmal für die Opfer von sexualisierter Gewalt im Erzbistum Paderborn, das am 2. März im Paderborner Dom präsentiert wird, sei ein „wichtiges öffentliches Zeichen“, erklärte Bentz. Das Projekt sei auch ein Symbol für das konstruktive Miteinander von Betroffenenvertretung und Bistum. Das Mahnmal des Kölner Künstlers Christoph Brech trägt den Titel „memory - Aufdecken + Erinnern“.

Am 12. März werde die unabhängige Studie zu Missbrauch im Erzbistum veröffentlicht, die von Wissenschaftlern der Universität Paderborn erstellt wurde. Das Erzbistum und die Betroffenenvertretung werden nach Worten von Bentz eine gemeinsame Pressekonferenz als Reaktion auf die Veröffentlichung halten. Zudem seien vertiefende Dialogveranstaltungen in den Regionen des Erzbistums geplant, ebenfalls mit Vertretern der Betroffenen.

Gemeinsam mit der Betroffenen-Vertretung sei auch eine Dunkelfeld-Initiative auf den Weg gebracht worden, erklärte Bentz. Damit sollen sich Menschen, die sich noch nicht gemeldet haben, „zeigen können und entsprechend Unterstützung bekommen“. Zudem werde ein externer Expertenrat bei Entscheidungsfindungen und Bewertungen hinzugezogen, auch Beratungs- und Therapienetzwerke für Betroffene seien verbessert worden. Aktuell werde an einem Konzept gearbeitet, ein Netzwerk für Seelsorge für Betroffene einzurichten.