Nürnberg (epd). Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) will das Angebot der Erstorientierungskurse (EOK) für Asylbewerber bis 2029 um rund 60 Prozent ausbauen. Wie das BAMF am Mittwoch in Nürnberg mitteilte, vermitteln EOK Orientierung und erste Deutschkenntnisse für jene, die im Asylverfahren sind. Vor kurzem hatte die Behörde beschlossen, den Zugang zu Integrations- und Sprachkursen stark einzuschränken. Anspruch haben nur noch „Ausländer mit dauerhafter Bleibeperspektive in Deutschland“.
Das bedeute aber nicht, dass andere allein gelassen würden, beteuerte die Behörde. Für sie gebe es mit dem Erstorientierungskurs „ein sehr gutes Angebot, um wichtige Informationen zur Bewältigung des Alltags zu erfahren und erste Deutschkenntnisse zu erwerben“. Die Zahl der Kurse werde ab November 2026 deutlich ausgebaut. Künftig erfolge die Finanzierung über den Allgemeinen Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) der Europäischen Union. Für das Haushaltsjahr 2026 stehen den Angaben nach im Etat des BAMF 23 Millionen Euro für dieses Angebot bereit, bis Juni 2029 werden insgesamt 134 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
Alltagsrelevantes Wissen und erste Sprachkenntnisse
„Damit gibt es für alle Menschen, die zu uns kommen, ein maßgeschneidertes Integrationsangebot“, sagte BAMF-Präsident Hans-Eckhard Sommer laut Mitteilung. Ziel der EOK sei es, Schutzsuchenden möglichst schnell nach ihrer Ankunft in Deutschland alltagsrelevantes Wissen zu vermitteln. Die verschiedenen Kursmodule, die zusammengenommen 300 Stunden umfassen, behandeln Themen wie Arbeit, Einkaufen, Mobilität und Wohnen in Deutschland.
Flankiert werde die Neustrukturierung der Integrationsförderung des Bundes durch den kontinuierlichen Abbau der beim BAMF laufenden Asylverfahren. Mit aktuell rund 87.000 habe sich ihre Zahl im Vergleich zum Vorjahreswert mehr als halbiert, ihre Dauer werde ständig kürzer. Die durchschnittliche Verfahrensdauer betrage derzeit noch 10,7 Monate, hieß es. Nach einer positiven Asylentscheidung sei ein schneller Wechsel in einen Integrationskurs möglich, betonte das Bundesamt.


