Weniger Deutsche spenden

Weniger Deutsche spenden
Das Gesamtvolumen der deutschen Privatspenden ist so niedrig wie zuletzt im Jahr 2013. Dennoch sieht der Deutsche Spendenrat auch positive Trends.

Berlin (epd). Die Deutschen haben im vergangenen Jahr mit 4,649 Milliarden Euro rund neun Prozent weniger Geld gespendet als noch 2024. Gleichzeitig sei die durchschnittliche Privatspende um drei Euro auf den Rekordwert von 46 Euro angestiegen, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Spendenrates, Martin Wulff, am Mittwoch in Berlin. Insgesamt spendeten im Jahr 2025 somit 15,8 Millionen Menschen und damit rund 848.000 weniger als im Vorjahr. Damit spendete fast jede vierte erwachsene Person.

Der Deutsche Spendenrat zog ein gemischtes Fazit: Zwar stiegen die nominalen Einkommen, gleichzeitig herrsche bei vielen Menschen eine „spürbare Verunsicherung“. Ausgaben und somit auch Spenden würden genauer abgewogen. Jedoch bleibe die Bereitschaft zu helfen bestehen, insbesondere im unmittelbaren Umfeld. 35 Prozent der Spenden flossen demnach in lokale Projekte. Zuwächse zeigten sich vor allem bei sozialen Zwecken wie Armut, Obdachlosigkeit und Seniorenhilfe.

Die Generation 60 plus blieb mit einem Gesamtanteil von 58 Prozent die spendenfreudigste. Durchschnittlich spendeten Menschen über 70 mit 364 Euro pro Person am meisten.

Dezember macht fast ein Viertel aus

Besonders spendenfreudig zeigten sich die Deutschen im Dezember 2025. Der Weihnachtsmonat lag demnach mit 1,124 Milliarden Euro 15 Prozent über dem Vorjahr und machte 24 Prozent des gesamten Jahresaufkommens aus.

„Gerade zum Jahresende bündeln sich Aufmerksamkeit, Solidarität und Verantwortungsgefühl“, sagte Wulff. Diese Dynamik sei ein „wichtiges Signal für unsere Demokratie und für das Vertrauen in gemeinnützige Organisationen“.