Fastenzeit: Heil verzichtet auf Süßes, Ramelow grübelt noch

Fastenzeit: Heil verzichtet auf Süßes, Ramelow grübelt noch
Am Mittwoch beginnt für Christen und Muslime gleichzeitig die Fastenzeit - ein seltener Zusammenfall. Auch manche Politiker üben dann Verzicht. Der Evangelische Pressedienst (epd) hat sich unter den Religionspolitikern im Bundestag umgehört.

Berlin (epd). In der Fastenzeit verzichten auch die meisten Religionspolitiker im Bundestag auf Gewohntes oder Ungesundes. Der Beauftragte der SPD-Fraktion für Kirchen und Religionsgemeinschaften, Hubertus Heil, selbst evangelisch, lässt dann von Alkohol, Süßigkeiten und zu vielen Kohlenhydraten die Finger, wie er dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Nachfrage mitteilte. Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow (Linke), ebenfalls evangelisch, hat sich nach eigener Auskunft noch nicht entschieden, wie er fastet. „Ich grübele noch, ob ich eventuell Wahlkampf- und Parteitermine sowie Nachrichten faste“, teilte er mit.

Am Aschermittwoch beginnt für Christen die Fastenzeit. In diesem Jahr fällt der Beginn der Fastenzeit mit dem Start des muslimischen Fastenmonats Ramadan zusammen. Als „starkes Zeichen“ empfindet das die Muslimin und Religionsbeauftragte der Grünen im Bundestag, Lamya Kaddor. In einer pluralen Demokratie könne die zeitliche Nähe daran erinnern, „dass religiöse Praxis nicht trennt, sondern Brücken schlagen kann“, sagte Kaddor. Sie begehe den Ramadan „sehr bewusst“.

Für CDU-Abgeordneten Altenkamp war Fasten „nie das große Thema“

Die katholischen Religionspolitiker im Bundestag gehen unterschiedlich mit der Fastenzeit um. Norbert Altenkamp (CDU), religionspolitischer Sprecher der Union, sagte, Fasten sei für ihn „nie das große Thema“ gewesen. Er versuche, „schon im Alltag möglichst Maß zu halten“.

Die AfD-Abgeordnete Nicole Höchst gab dagegen an, „ernsthaft“ zu fasten. Sie halte das „kirchliche Minimum“ ein - „Fasten und Abstinenz an Aschermittwoch und Karfreitag, fleischlos an den Freitagen“, sagte sie. Darüber hinaus verzichte sie auf Genussmittel wie Alkohol und Süßes, reduziere sich auf das Notwendige und streiche Bequemlichkeit.