Mexiko: Bergarbeiter demonstrieren gegen Entführung von Kollegen

Mexiko: Bergarbeiter demonstrieren gegen Entführung von Kollegen
Zehn Bergarbeiter sind in Mexiko von einer Gruppe der organisierten Kriminalität entführt worden. Bisher wurden fünf Ermordete identifiziert. Die mexikanischen Bergleute fordern Gerechtigkeit und Sicherheitsgarantien.

Mexiko-Stadt (epd). Arbeiter des Bergbaus haben in sechs Bundesstaaten für Sicherheitsgarantien demonstriert. Anlass war die Entführung von zehn Bergleuten in Sinaloa, von denen bisher fünf tot aufgefunden wurden, wie die Zeitung „La Jornada“ am Samstag (Ortszeit) berichtete. Unter dem Motto „Wir Bergleute trauern“ versammelten sich Hunderte Personen in den vom Bergbau stark geprägten Bundesstaaten Durango, Chihuahua, Sonora, Hidalgo, San Luis Potosí und Zacatecas.

Am 23. Januar 2026 war eine bewaffnete Gruppe in die Unterkünfte der Bergleute in Concordia eingedrungen und hatte zehn Arbeiter des kanadischen Unternehmens Vizsla Silver entführt. Anfang Februar, als der Fall publik wurde, verstärkte die Bundesregierung die Suche nach den Vermissten mit mehr als 1.000 Soldaten und Einheiten der Nationalgarde.

Omar García Harfuch, der Sekretär für Sicherheit und Bürgerschutz der mexikanischen Zentralregierung, gab bisher vier Verhaftungen in dem Fall bekannt. Gemäß den Aussagen der Festgenommenen sei die Tat wegen einer „Verwechslung“ mit Angehörigen einer konkurrierenden Mafiagruppe geschehen, erklärte Harfuch.

Bergleute gehen von Erpressung aus

Stimmen aus der Branche gehen jedoch davon aus, dass die Entführung der Kumpel wegen Unstimmigkeiten über die Erpressungszahlungen zwischen dem Unternehmen und der organisierten Kriminalität erfolgten. „Es war keine Verwechslung, es war Erpressung!“, riefen die Bergleute auf den Demonstrationen für ihre in Sinaloa ermordeten Kollegen.

Im Bundesstaat Sinaloa befindet sich seit 2024 in einer Spirale der Gewalt, nachdem sich das Sinaloa-Kartell gespalten hat. Vor allem das gewaltsame Verschwinden von Personen hat seither zugenommen. Der Präsident der staatlichen Menschenrechtskommission von Sinaloa, Óscar Loza Ochoa, warnte 2025, die Ermittlungsbehörden seien mit der immensen Anzahl der Gewaltverbrechen schlicht überfordert. Die Entsendung der Nationalgarde und des Militärs hat die Sicherheitslage bisher nicht nachhaltig verbessert.