Kolumbien: Notstand nach Überflutungen im Norden

Kolumbien: Notstand nach Überflutungen im Norden
Von den Überschwemmungen nach starken Regenfällen im Norden des Landes sind über 71.000 Haushalte betroffen. Mindestens 22 Menschen sind gestorben.

Berlin, Bogotá (epd). Nach massiven Überflutungen im Norden Kolumbiens hat die Regierung in den betroffenen Gebieten den Notstand ausgerufen. Mit dem in der Nacht auf Donnerstag (Ortszeit) veröffentlichten Dekret möchte die Regierung Gelder freigeben, um die Bewohner der überschwemmten Gebiete in acht Departements zu versorgen, die Wassermassen zu kontrollieren und einen raschen Wiederaufbau zu ermöglichen.

Nach bisherigen Angaben sind über 71.000 Haushalte mit mehr als 250.000 Menschen betroffen und mindestens 22 Personen gestorben, wie der TV-Sender RTVC berichtete. Laut dem Verband der Viehzüchter Fedegan sind rund 300.000 Hektar Land im Norden Kolumbiens und an der Karibikküste überflutet.

Starker Regen in eigentlich trockener Jahreszeit

Vor Ausrufung des Notstands hatte der Direktor der Katastrophenbehörde UNGRD, Carlos Carrillo, bei einer Pressekonferenz gesagt, den Behörden gingen die Mittel aus, um weiter Hilfe zu leisten. Präsident Gustavo Petro bereiste über die vergangenen Tage das Katastrophengebiet und sagte zudem seinen Auftritt bei der Sicherheitskonferenz in München ab. Papst Leo XIV. bat bei seiner Generalaudienz am Mittwoch um Hilfe für die Opfer.

Die Überschwemmungen im Norden des Landes ereigneten sich aufgrund besonders starker und lang anhaltender Regenfälle Anfang Februar zu einer eigentlich trockenen Jahreszeit. Die Direktorin des nationalen Wetterdienstes (IDEAM), Ghisliane Echeverry, sagte bei einer öffentlich übertragenen Ministerkonferenz, dass innerhalb einer Woche die Regenmenge von einem ganzen Monat fiel. Echeverry macht für die besonders extremen Wetterphänomene den Klimawandel verantwortlich.