Durchsuchungen in rechtsextremer Szene

Durchsuchungen in rechtsextremer Szene
Bei einer großangelegten Aktion in mehreren Bundesländern und der Schweiz haben Ermittler ein mutmaßliches rechtsextremes Netzwerk ins Visier genommen.

Göttingen (epd). Nach verdeckten Ermittlungen im rechtsextremen Milieu hat die Staatsanwaltschaft Göttingen gemeinsam mit der Zentralen Kriminalinspektion Göttingen Durchsuchungen in Deutschland und der Schweiz veranlasst. Dabei sei ein 43-jähriger Mann aus dem Landkreis Göttingen wegen des Verdachts auf Handel mit volksverhetzenden Tonträgern und rechtsextremistischen Szeneartikeln als Hauptbeschuldigter in Gewahrsam genommen worden, teilte Oberstaatsanwalt Andreas Buick am Dienstag mit. Insgesamt seien am vergangenen Donnerstag elf Objekte in fünf Bundesländern sowie in der Schweiz durchsucht worden.

Die mehr als 100 Einsatzkräfte hätten dabei tausend rechtsextremistische CDs und Schallplatten sowie unzählige Mengen von rechtsextremen Szeneartikeln wie Pins, Schlüsselbänder, Bekleidung, Sticker und auch Merchandise mit Hakenkreuzen, Reichsadlern, SS-Totenschädeln und Hitler-Figuren gefunden, hieß es. Der in der Schweiz festgenommene Hauptbeschuldigte soll große Mengen von Artikeln aus dem Ausland bestellt, eigenständig hergestellt und zum Verkauf angeboten haben. Fünf weitere Beschuldigte seien demnach an dem Handel beteiligt gewesen.

Verstoß gegen Waffengesetz

Eine in Thüringen durchsuchte Lagerhalle konnte von den Ermittelnden als Szene-Treffpunkt für die ortsansässige rechtsextremistische Szene identifiziert werden, hieß es. Zudem bestehe der Verdacht auf einen Verstoß gegen das Waffengesetz sowie auf Handel mit unerlaubten Dopingmitteln und verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Gefunden wurden unter anderem erlaubnispflichtige Sprengkörper und sogenannte Eigenlaborate, mehrere Schlagringe und eine Schreckschusspistole.

Der 43-Jährige sei inzwischen gegen Auflagen aus der Untersuchungshaft entlassen worden, hieß es. Er müsse allerdings seinen Hauptwohnsitz im Landkreis Göttingen einnehmen und verfüge auch über keinen Reisepass mehr, sagte Buick dem Evangelischen Pressedienst (epd).