Potsdam (epd). Vom Klimawandel verursachtes Algenwachstum beschleunigt Studien zufolge die durch die Erderwärmung ausgelöste Gletscherschmelze in Grönland. Pigmentierte Algen, die Nährstoffe aus dem Eis und aus Mineralstaub aufnehmen, verschärften das Problem des abschmelzenden Eises, teilte das Potsdamer GFZ-Helmholtz-Zentrum für Geowissenschaften am Montag unter Berufung auf zwei Studien mit.
Die Algen verdunkelten die Oberfläche und trügen so zu einer schnelleren Eisschmelze bei, hieß es. Das abschmelzende Eis wiederum trage erheblich zum globalen Meeresspiegelanstieg bei. Beide Studien zeigten einmal mehr, dass der globalen Erwärmung dringend entgegengewirkt werden müsse. Die Folgen des Abschmelzens des grönländischen Eisschildes beträfen die ganze Welt.
Algenblüte jeden Sommer
Sowohl das Eis als auch Mineralstaub aus der Umgebung könnten genug Nährstoffe liefern, damit die Algen jeden Sommer blühen, hieß es weiter. Dies verheiße „nichts Gutes für die Eismassenbilanz“. Denn je mehr Eis abschmelze, desto mehr Mineralstaub taue aus dem alten Eis heraus oder werde von den eisfrei gewordenen Felsgebieten auf die Eis- und Schneeoberfläche geweht. Dadurch erhielten die Algen noch mehr Nahrung und könnten umso schneller wachsen.
Bereits jetzt trage die Verdunklung der Eisoberfläche durch Algen zu rund 13 Prozent zur Gletscherschmelze bei, hieß es. Die Erwärmung der Atmosphäre, die insbesondere in der Arktis schneller als anderswo auf dem Globus vonstattengehe, schaffe Bedingungen, die das Algenwachstum weiter fördern: „Je weiter sich die Algen ausbreiten, desto schneller wird das grönländische Eis schmelzen.“


