Berlin (epd). Die Mitgründerin der „Letzten Generation“, Carla Hinrichs, hält die umstrittenen Straßenblockaden der Klimaschutzaktivistinnen und -aktivisten weiterhin für richtig. „Alle Errungenschaften unserer Zeit sind durch Störungen kreiert worden“, sagte die 29-Jährige dem „Tagesspiegel (Samstag/Online): “Durch Unterbrechungen des Alltags. Und nicht dadurch, dass Menschen irgendwo Schilder hochgehalten haben.„ Die “Letzte Generation" hatte sich zwischen 2022 und 2024 regelmäßig auf Straßen festgeklebt. In Umfragen lehnten 85 Prozent der Bevölkerung die Aktionen ab.
Die Ablehnung habe sich immer auf die Form, nicht auf den Inhalt bezogen, sagte Hinrichs: „Viele sagten: Ich hasse eure Aktionen, aber ich verstehe, warum ihr das macht.“ Ohne die „Letzte Generation“ hätte die Klimakrise in diesen Jahren in der Öffentlichkeit kaum eine Rolle gespielt.
„Unglaubliche Angst“ vor dem Gefängnis
Hinrich wurde bereits wegen Nötigung zu 6.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Zudem läuft gegen sie ein Verfahren wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung, wo ihr bis zu fünf Jahre Haft drohen. Im Gefängnis sitzen zu müssen, mache ihr „unglaubliche Angst“, sagte sie.
Trotzdem werde sie nicht aufhören: „Unser Staat entlarvt sich darin, dass er keinen Umgang mit der Klimakrise findet. Es ist unsere Aufgabe, da immer wieder mit dem Finger draufzuzeigen.“ Am 14. Februar erscheint ihr Buch mit dem Titel „Meine verletzte Generation. Wie der Staat uns alle verrät“.


