Berlin (epd). Zum Schutz des Klimas dringt ein Aktionsbündnis auf ein Tempolimit auf deutschen Straßen. „Denn das Tempolimit ist die effektivste Klimaschutzmaßnahme im Verkehrsbereich, die sofort wirkt und so gut wie keine Kosten verursacht“, heißt es in einem offenen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz, Verkehrsminister Patrick Schnieder (beide CDU) und Umweltminister Carsten Schneider (SPD). Zugleich rette ein Tempolimit Menschenleben, weil die Zahl schwerer Unfälle sinke, argumentieren unter anderem die Deutsche Umwelthilfe, der Verkehrsclub Deutschland und die Gewerkschaft der Polizei.
Bezug zu Gerichtsurteil
Der am Montag veröffentlichte Brief nimmt Bezug auf das jüngste Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zum Klimaschutzprogramm der Bundesregierung. Die darin festgeschriebenen Maßnahmen reichten nicht aus, um das nationale Klimaziel 2030 zu erreichen, befand das Gericht. Das Verbändebündnis schlussfolgert: „Ohne konsequente Tempolimits ist die im Koalitionsvertrag verankerte Vision Zero schlicht nicht erreichbar.“
Es brauche ein allgemeines Tempolimit auf Autobahnen, eine Absenkung der Höchstgeschwindigkeit außerorts auf 80 km/h und eine Regelgeschwindigkeit von 30 km/h innerhalb von Ortschaften. Damit ließen sich nahezu kostenfrei und sofort bis zu 11,7 Millionen Tonnen CO2-Emissionen im Verkehrssektor pro Jahr einsparen, führt das Bündnis an, dem unter anderem auch Greenpeace und der Sozialverband VdK angehören.


