Nairobi, Addis Abeba (epd). Der Kommissions-Vorsitzende der Afrikanischen Union, Mahmoud Ali Youssouf, hat zu maximaler Zurückhaltung in der äthiopischen Region Tigray aufgerufen. Die jüngsten Entwicklungen in dem Gebiet im Norden Äthiopiens seien zutiefst besorgniserregend, hieß es in einer Erklärung der AU vom Freitag. In Tigray herrschte von 2020 bis 2022 ein Krieg zwischen der äthiopischen Zentralregierung und der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF).
Auch verschiedene Oppositionsparteien in Tigray warnten vor einer unmittelbaren Gefahr eines erneuten Konflikts in der Region, wie die Zeitung „Addis Standard“ berichtete. Politische und militärische Spannungen nähmen zu, erklärten mehrere Parteien in offenen Briefen an die UN, die AU, die USA und die EU. Die Region befinde sich „am Rande einer absolut vermeidbaren Katastrophe“, hieß es im Brief der Partei Salsay Weyane Tigray, die um internationale Vermittlung bat.
Berichte von Kämpfen
Die Errungenschaften des Friedensabkommens von 2022 dürften nicht gefährdet werden, forderte AU-Kommissions-Chef Youssouf. Alle Konfliktparteien sollten von Vertrauensbrüchen absehen und Probleme durch Dialog lösen. Bei dem Krieg wurden nach Schätzungen der Afrikanischen Union bis zu 600.000 Menschen getötet.
Berichten zufolge gab es in den vergangenen Tagen bereits Kämpfe zwischen der nationalen Armee und Teilen der TPLF. Am Donnerstag waren alle Flüge aus der Hauptstadt Addis Abeba in die Städte in der Region Tigray eingestellt worden. Im März 2025 war die Lage ebenfalls fragil, eine neue Übergangsregierung in Tigray hatte vorübergehend die Wogen geglättet.


