UN fordern humanitären Zugang zu Krisenregion im Südsudan

UN fordern humanitären Zugang zu Krisenregion im Südsudan
Hilfsorganisationen beklagen, dass sie den Menschen in der umkämpften Region Jonglei im Südsudan nicht helfen können. Sie kritisieren, Militär und Regierung blockierten den Zugang und eskalierten den Konflikt.

Nairobi, Juba (epd). Das Welternährungsprogramm (WFP) hat von den Konfliktparteien im Südsudan Zugang zur bedürftigen Bevölkerung in der umkämpften Region Jonglei gefordert. Zudem rief die UN-Organisation am Freitag zur Deeskalation auf. In den vergangenen Monaten hat sich die politische Krise im Südsudan verschärft. Zuletzt hatte die Armee am Sonntag eine Offensive im westlichen Jonglei angekündigt und Zivilisten und Hilfsorganisationen zur Evakuierung aufgefordert.

Es sei der "denkbar schlechteste Zeitpunkt für diese militärische Eskalation”, kritisierte der WFP-Landesdirektor Adham Effendi. Bereits ohne zusätzliche Gewalt müssten etwa 60 Prozent der Bevölkerung bis zur Ernte im Juli hungern. Es gebe nur ein kleines Zeitfenster, um die nötige Hilfe an die betroffenen Orte zu bringen, bevor die Regenzeit viele Überlandstrecken unpassierbar mache.

Laut UN bereits 250.000 Menschen vertrieben

Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ kritisierte, die Regierung behindere den Zugang zu Regionen, die von der Opposition kontrolliert würden. Humanitäre Flüge seien eingestellt, die Verteilung von Hilfsgütern, die Verlegung von Patienten und Personal sei deutlich schwieriger. „Patienten werden sterben, wenn die Regierung den Zugang für humanitäre und medizinische Hilfe weiter blockiert“, erklärte Abdalla Hussein von der Organisation. Sollte „Ärzte ohne Grenzen“ sich wegen der Gewalt aus manchen Regionen zurückziehen müssen, könnten fast 400.000 Menschen von medizinischer Hilfe abgeschnitten sein.

Die Truppen des wegen Hochverrats angeklagten Vizepräsidenten Riek Machar, kontrollierten Gebiete in der Region Jonglei, die die Armee zurückerobern will. UN-Generalsekretär António Guterres warnte bereits am Donnerstag (Ortszeit) in New York vor der Gefahr massiver Gewalt gegen die Zivilbevölkerung. Allein seit Jahresbeginn sollen 250.000 Menschen durch die Kämpfe vertrieben worden sein.

Nach der Unabhängigkeit des Südsudan vom Sudan 2011 begann ein Bürgerkrieg, der 2018 mit einem Abkommen zwischen den Konfliktparteien endete. Salva Kiir wurde Präsident, seinen Gegner Machar Vizepräsidenten. Im September wurde Machar wegen Hochverrats angeklagt. Ihm wird vorgeworfen, Angriffe auf eine Militärbasis koordiniert zu haben.